1Standardform ẋ = A·x

1.1 Matrix A konstant

x1,0x_{1,0} 1.40
x2,0x_{2,0} 0.40
Geschwindigkeit Ax0A\vec{x}_0 (2.6, 4.6)
Abb. 1: Das lineare Feld x˙=Ax\dot{\vec{x}} = A\,\vec{x} mit A=(1331)A = \begin{pmatrix} 1 & 3 \\ 3 & 1 \end{pmatrix}. Jeder Pfeil zeigt die Geschwindigkeit AxA\,\vec{x} am Ort x\vec{x}. Ziehe den Startpunkt, die Bahn fegt durchs Feld.

Was bekommst du, wenn die rechte Seite eines Systems aus VII.12 gleichzeitig linear in den Komponenten und zeitunabhängig wird? Die einfachste interessante Klasse, die das ganze Kapitel VII vorher nur für einzelne DGLs gemacht hat. Diese Klasse ist die Brücke zwischen der DGL-Theorie aus VII.10 und der LinAlg aus dem ersten Semester.

Wir starten von einem allgemeinen System x˙=f(t,x)\dot{\vec{x}} = \vec{f}(t, \vec{x}) wie in VII.12 §1 und schränken die rechte Seite zweifach ein.

f\vec{f} darf in x\vec{x} nur linear sein (jede Komponente eine Summe der xjx_j mal feste Zahlen) und nicht von tt abhängen (autonom). Übrig bleibt eine Matrix-Vektor-Form:

!!!
Standardform eines linearen autonomen Systems
x˙(t)=Ax(t)\dot{\vec{x}}(t) = A\, \vec{x}(t)
x(t)Rn\vec{x}(t) \in \mathbb{R}^n: Zustandsvektor. ARn×nA \in \mathbb{R}^{n \times n}: konstante Koeffizientenmatrix, tt-unabhängig. Inhomogen wäre x˙=Ax+b\dot{\vec{x}} = A\vec{x} + \vec{b} mit konstantem Vektor b\vec{b}.

In Worten: die Geschwindigkeit jedes Punktes hängt linear vom Ort ab, und das Verhalten der Koeffizienten ändert sich mit der Zeit nicht. Komponentenweise heisst das x˙i=j=1naijxj\dot{x}_i = \sum_{j=1}^n a_{ij}\, x_j für i=1,,ni = 1, \dots, n. Die Matrix AA ist nur ein kompakter Block aus diesen n2n^2 Zahlen.

Anschaulich: denk an x(t)\vec{x}(t) als Position eines Teilchens im Rn\mathbb{R}^n. An jedem Ort zeigt AxA\, \vec{x} in die Richtung, in die es sich bewegen will. Da AA konstant ist, ist dieses Geschwindigkeitsfeld zeitlich starr, und genau das macht das System diagonalisierbar und lösbar.

Wann brauche ich das? Diese Form deckt viel Physik ab: gekoppelte Schwingungen, Räuber-Beute-Modelle nach Linearisierung, Mehrkreis-RCL-Netzwerke, lineare Reaktionskinetik. Wo immer mehrere Grössen sich gegenseitig linear und zeitlich fest beeinflussen, landest du bei x˙=Ax\dot{\vec{x}} = A\vec{x}.

Warum diese Form, nicht eine kompliziertere? Weil sie der einzige Fall ist, für den die Lineare Algebra das ganze System in einem Schritt zerlegt. Sobald AA zeitabhängig wird (A=A(t)A = A(t)) oder f\vec{f} nichtlinear, fällt die Diagonalisierung zusammen und du brauchst andere Werkzeuge (numerisch, Linearisierung). VII.13 ist genau der Sweet Spot.

Notation Notation x(t)\vec{x}(t)
Zustandsvektor mit nn Komponenten x1(t),,xn(t)x_1(t), \dots, x_n(t). Pfeil über dem Buchstaben markiert „Vektor im Rn\mathbb{R}^n“. Komponentenweise auch ohne Pfeil als x1,x2,x_1, x_2, \dots
Notation Notation AA
n×nn \times n-Koeffizientenmatrix mit konstanten Einträgen aijRa_{ij} \in \mathbb{R}. Nicht die Anregungs-Amplitude AA aus VII.11 §3, das ist eine reelle Zahl. Hier eine Matrix.
Formel Standardform
x˙=Ax\dot{\vec{x}} = A\, \vec{x}
Querverweis Verweise
→ VII.12 §1 Systeme von DGL

1.2 Diagonalmatrix entkoppelt die Komponenten

Was passiert im Glücksfall, wenn AA schon diagonal ist? Dann zerfällt das ganze System in nn unabhängige 1D-DGLs, jede für sich lösbar mit dem Exponentialansatz aus VII.10. Diese eine Beobachtung ist das Vorbild für alle weiteren Methoden in diesem Kapitel.

Sei A=diag(a1,a2,,an)A = \mathrm{diag}(a_1, a_2, \dots, a_n) mit Diagonalelementen aiRa_i \in \mathbb{R} und allen Nicht-Diagonal-Einträgen null. Komponentenweise heisst x˙=Ax\dot{\vec{x}} = A \vec{x} dann

!!
Diagonalfall, komponentenweise
x˙1=a1x1,      x˙2=a2x2,,      x˙n=anxn\dot{x}_1 = a_1\, x_1, \;\;\; \dot{x}_2 = a_2\, x_2,\dots, \;\;\; \dot{x}_n = a_n\, x_n
Jede Komponente xix_i erfüllt eine eigene 1D-DGL, in der nur xix_i und x˙i\dot{x}_i vorkommen. Keine Komponente sieht die anderen.

Anschaulich: die Diagonalmatrix ist ein Mischpult. Jeder Regler steuert genau eine Komponente, keiner greift in einen anderen ein. So einfach ist die Lösung: jede Komponente löst ihre eigene 1D-DGL.

Jede dieser 1D-DGLs x˙i=aixi\dot{x}_i = a_i x_i kennen wir bereits aus VII.10 §1.1. Die Lösung ist das Exponential xi(t)=Cieaitx_i(t) = C_i\, e^{a_i t} mit Konstante CiC_i. Damit hast du die volle Lösung des Systems:

!!
Lösung im Diagonalfall
xi(t)=Cieait    fu¨r    i=1,2,,nx_i(t) = C_i\, e^{a_i\, t} \;\;\text{für}\;\; i = 1, 2, \dots, n
nn unabhängige Konstanten C1,,CnRC_1, \dots, C_n \in \mathbb{R}, festgelegt durch nn Anfangswerte xi(0)=Cix_i(0) = C_i.

In Worten: die Diagonal-Einträge sind die Wachstums-Raten der Komponenten. Positives aia_i heisst exponentielles Anschwellen der ii-ten Komponente, negatives aia_i heisst Abklingen, ai=0a_i = 0 heisst Konstantbleiben. Da jede Komponente nichts von den anderen weiss, kann jede ihre eigene Geschichte schreiben.

Wann ist das einfach? Wenn dir das System schon diagonal in die Hand gedrückt wird, ist die Rechnung in drei Zeilen erledigt. In der Praxis ist das selten, aber §2 zeigt, wie du jedes diagonalisierbare AA in genau diese Form bringst: Eigenwerte werden zu den aia_i, Eigenvektoren zur Basis, fertig.

Merke Diagonal heisst entkoppelt
AA diagonal \Rightarrow nn unabhängige 1D-DGLs, jede mit eigener Exponential-Lösung. Komponenten sehen sich nicht.
Formel Diagonalfall-Lösung
xi(t)=Cieaitx_i(t) = C_i\, e^{a_i\, t}

2Lösen über Diagonalisierung

2.1 Eigenwerte und Eigenvektoren von A

Was sind die natürlichen Richtungen von AA, in denen die Matrix wie eine reine Streckung wirkt, ohne zu drehen?

Das beantwortet die Eigenwert-Theorie aus dem ersten Semester, der Schlüssel zur Lösung des Systems.

Definition aus LinAlg. Ein Vektor v0\vec{v} \neq \vec{0} heisst Eigenvektor von AA zum Eigenwert λC\lambda \in \mathbb{C}, wenn

!!
Eigenwert-Eigenvektor-Gleichung
Av=λvA\, \vec{v} = \lambda\, \vec{v}
λ\lambda liefert den Streckungs-Faktor, v\vec{v} die invariante Richtung. Berechnung über das charakteristische Polynom det(AλI)=0\det(A - \lambda I) = 0.

Anschaulich: ein Eigenvektor ist eine bevorzugte Achse der Matrix. In dieser Richtung streckt AA den Vektor um den Faktor λ\lambda (oder staucht, oder spiegelt), dreht ihn aber nicht. Alle anderen Richtungen werden im Allgemeinen sowohl gestreckt als auch gedreht. Die Eigenrichtungen sind also die einfachsten Richtungen der Matrix.

Wie findest du sie? Schreibe Av=λvA\vec{v} = \lambda \vec{v} als (AλI)v=0(A - \lambda I)\vec{v} = \vec{0}. Eine nicht-triviale Lösung v0\vec{v} \neq \vec{0} gibt es nur, wenn det(AλI)=0\det(A - \lambda I) = 0.

Das ist das charakteristische Polynom in λ\lambda, vom selben Bauplan wie in VII.10 §2.1, nur für eine Matrix statt eine DGL.

Notation Notation λi\lambda_i, vi\vec{v}_i
λiC\lambda_i \in \mathbb{C}: Eigenwerte von AA, Nullstellen von det(AλI)\det(A - \lambda I). vi\vec{v}_i: zugehörige Eigenvektoren. Bei n×nn \times n-Matrix gibt es nn Eigenwerte (mit Vielfachheit).
Formel Charakteristisches Polynom
det(AλI)=0\det(A - \lambda I) = 0

2.2 Allgemeine Lösung als Eigenmoden-Summe

x0\vec{x}_0 (1.5, 0.3)
C1C_1 (Anteil v1\vec{v}_1) 0.90
C2C_2 (Anteil v2\vec{v}_2) 0.60
Abb. 2: Eigenrichtungen sind die invarianten Achsen. Für A=(1331)A = \begin{pmatrix} 1 & 3 \\ 3 & 1 \end{pmatrix} wächst die Bahn entlang v1=(1,1)\vec{v}_1 = (1,1) mit λ1=4\lambda_1 = 4 und klingt entlang v2=(1,1)\vec{v}_2 = (1,-1) mit λ2=2\lambda_2 = -2 ab.

Wie sieht die allgemeine Lösung von x˙=Ax\dot{\vec{x}} = A\vec{x} aus, wenn AA diagonalisierbar ist? Eine Linearkombination von Exponentialen mal Eigenvektoren. Jede Mode wächst oder klingt mit ihrer eigenen Rate, jede Richtung gehört zu ihrem eigenen Eigenwert.

Beobachtung. Sei λ\lambda ein Eigenwert mit Eigenvektor v\vec{v}. Setze x(t)=eλtv\vec{x}(t) = e^{\lambda\, t}\, \vec{v} in die DGL ein:

!!
Ansatz mit Eigenvektor (Probe)
x˙=λeλtvAx=eλtAv=eλtλv=λeλtv\begin{aligned} \dot{\vec{x}} &= \lambda\, e^{\lambda t}\, \vec{v} \\ A\, \vec{x} &= e^{\lambda t}\, A\, \vec{v} \\ &= e^{\lambda t}\, \lambda\, \vec{v} \\ &= \lambda\, e^{\lambda t}\, \vec{v} \end{aligned}
Linke und rechte Seite sind gleich. Jedes Paar (λ,v)(\lambda, \vec{v}) liefert eine Lösung des Systems.

Beide Seiten gleich \Rightarrow x(t)=eλtv\vec{x}(t) = e^{\lambda\, t}\, \vec{v} löst die DGL. Die Eigenvektor-Richtung bleibt erhalten, nur die Länge wächst (oder schrumpft) mit der Exponential-Rate λ\lambda. Diese eine Lösung heisst Eigenmode von AA.

Superpositionsprinzip. Da x˙=Ax\dot{\vec{x}} = A\vec{x} linear ist, ist auch jede Linearkombination von Lösungen eine Lösung (VII.9 §1). Hat AA also nn linear unabhängige Eigenvektoren v1,,vn\vec{v}_1, \dots, \vec{v}_n zu Eigenwerten λ1,,λn\lambda_1, \dots, \lambda_n, lautet die allgemeine Lösung:

!!!
Allgemeine Lösung über Eigenmoden
x(t)=i=1nCieλitvi\vec{x}(t) = \sum_{i=1}^{n} C_i\, e^{\lambda_i t}\, \vec{v}_i
nn freie Konstanten C1,,CnRC_1, \dots, C_n \in \mathbb{R}, festgelegt durch nn Anfangswerte. Jede Eigenmode wächst mit ihrer eigenen Rate und steht in ihrer eigenen Richtung.

Anschaulich: jede Eigenmode hat zwei Merkmale: eine Wachstumsrate λi\lambda_i (wie schnell sie sich entwickelt) und eine Richtung vi\vec{v}_i (wo sie sich entfaltet). Die allgemeine Bewegung ist die Summe aller Moden, gewichtet mit den CiC_i, die die Anfangsbedingung x(0)=x0\vec{x}(0) = \vec{x}_0 festlegt.

Wann ist das einfach? Bei einer 2×22 \times 2-Matrix mit zwei verschiedenen reellen Eigenwerten ist die ganze Rechnung in fünf Zeilen erledigt: char.Pol aufstellen, zwei Eigenwerte finden, zwei Eigenvektoren bestimmen, zusammensetzen, fertig. Beispiel §4.1 macht das vor.

Merke Die Lösungsformel
Pro Eigenwert λi\lambda_i mit Eigenvektor vi\vec{v}_i: eine Eigenmode eλitvie^{\lambda_i t}\, \vec{v}_i. Allg. Lösung = Linearkombination mit Konstanten CiC_i.
Formel Allgemeine Lösung
x(t)=i=1nCieλitvi\vec{x}(t) = \sum_{i=1}^n C_i\, e^{\lambda_i t}\, \vec{v}_i
Notation Notation CiC_i
Reelle Konstanten, festgelegt durch nn Anfangsbedingungen x(0)=x0\vec{x}(0) = \vec{x}_0. Nicht der Schar-Parameter CC aus VII.6, dort eine einzige Zahl.

2.3 Reelle, komplexe und mehrfache Eigenwerte

Was änderst du am Rezept aus §2.2, wenn ein Eigenwert komplex ist oder mehrfach auftritt? Drei Fälle, drei kleine Modifikationen.

Die Struktur „Exponential mal Richtung“ bleibt, nur die Details brauchen Sorgfalt.

Fall A: alle Eigenwerte reell und einfach. Das ist der Standard-Fall aus §2.2. Du bekommst nn verschiedene Eigenwerte λ1,,λnR\lambda_1, \dots, \lambda_n \in \mathbb{R} und nn linear unabhängige Eigenvektoren. Die allg. Lösung ist die Eigenmoden-Summe ohne Zusatzkomplikation. Beispiel §4.1 macht das vor.

Fall B: komplex konjugiertes Eigenwertpaar. Bei reeller Matrix AA kommen komplexe Eigenwerte stets paarweise als λ±=α±iβ\lambda_{\pm} = \alpha \pm i\, \beta (β>0\beta > 0), die Eigenvektoren ebenso konjugiert.

Aus dem komplexen Lösungspaar bildest du per Real- und Imaginärteil zwei reelle Lösungen, genau das Manöver aus VII.10 §3.3 für komplexe Nullstellen einer skalaren DGL.

!!!
Reelle Eigenmoden aus komplexem Paar
xRe(t)=eαt(cos(βt)usin(βt)w)xIm(t)=eαt(sin(βt)u+cos(βt)w)\begin{aligned} \vec{x}_{\mathrm{Re}}(t) &= e^{\alpha t}\bigl(\cos(\beta t)\vec{u} - \sin(\beta t)\vec{w}\bigr) \\ \vec{x}_{\mathrm{Im}}(t) &= e^{\alpha t}\bigl(\sin(\beta t)\vec{u} + \cos(\beta t)\vec{w}\bigr) \end{aligned}
u=Re(v)\vec{u} = \mathrm{Re}(\vec{v}), w=Im(v)\vec{w} = \mathrm{Im}(\vec{v}), mit v\vec{v} komplexer Eigenvektor zu λ=α+iβ\lambda = \alpha + i\beta. Pro Paar zwei reelle Eigenmoden, Geometrie: Spirale oder Kreis.

Fall C: mehrfache Eigenwerte. Tritt λ\lambda mit Vielfachheit kk auf, liefert aber weniger Eigenvektoren (Matrix nicht diagonalisierbar), brauchst du verallgemeinerte Eigenvektoren. Die Lösung bekommt Terme tjeλtvt^j\, e^{\lambda\, t}\, \vec{v}, analog zum Resonanzfall in VII.10 §3.2. Methode 2 in §3 ist hier oft schneller als das volle Jordan-Verfahren.

Eigenwert-Typ Bauteil der Lösung Geometrie der Trajektorie
reell, einfach eλtve^{\lambda t}\, \vec{v} Strahl entlang v\vec{v}, Knoten am Ursprung
reell, mehrfach (nicht diagonalisierbar) tjeλtvt^j\, e^{\lambda t}\, \vec{v} für j=0,,k1j = 0, \dots, k-1 entarteter Knoten (Tangenten-Trajektorien)
komplex einfach α±iβ\alpha \pm i\beta eαt(cos(βt)u±sin(βt)w)e^{\alpha t}\bigl(\cos(\beta t)\vec{u} \pm \sin(\beta t)\vec{w}\bigr) Spirale (α0\alpha \neq 0) oder Kreis (α=0\alpha = 0)
komplex mehrfach tjeαtcos/sint^j\, e^{\alpha t}\, \cos/\sin-Mischung selten in der Klausur
Fall-Übersicht für Eigenwerte und Eigenmoden
Merke Drei Fälle, eine Idee
Reell-einfach: eλtve^{\lambda t}\vec{v}. Komplex-Paar: Spirale aus Re/Im\mathrm{Re}/\mathrm{Im}. Mehrfach: Zusatz-Faktor tjt^j. Struktur bleibt „Exponential mal Richtung“.
Formel Reelle Lösung aus komplexem Paar
eαt(cos(βt)u±sin(βt)w)e^{\alpha t}\bigl(\cos(\beta t)\vec{u} \pm \sin(\beta t)\vec{w}\bigr)

3Lösen über Überführung in DGL n-ter Ordnung

3.1 Differenzieren und Eliminieren

Tr(A)\mathrm{Tr}(A) 6.00
det(A)\det(A) 9.00
Δ=Tr24det\Delta = \mathrm{Tr}^2 - 4\det 0.00
Eigenwerte λ\lambda 3, 3 (doppelt)
Abb. 3: Beide Methoden liefern dasselbe char. Polynom λ2Tr(A)λ+det(A)\lambda^2 - \mathrm{Tr}(A)\,\lambda + \det(A). Hier A=(5141)A = \begin{pmatrix} 5 & 1 \\ -4 & 1 \end{pmatrix}: doppelter Eigenwert λ=3\lambda = 3, nur eine Eigenrichtung (entarteter Knoten).

Wie reduzierst du ein 2×22 \times 2-System auf eine einzige DGL 2. Ordnung, ohne überhaupt Eigenwerte zu berechnen? Du differenzierst die erste Gleichung und eliminierst eine der beiden Komponenten. Übrig bleibt eine skalare DGL, für die du den vollen Apparat aus VII.10 anwerfen kannst.

Sei x˙1=a11x1+a12x2\dot{x}_1 = a_{11}\, x_1 + a_{12}\, x_2 und x˙2=a21x1+a22x2\dot{x}_2 = a_{21}\, x_1 + a_{22}\, x_2 mit a120a_{12} \neq 0. Aus der ersten Gleichung folgt x2=(x˙1a11x1)/a12x_2 = (\dot{x}_1 - a_{11}\, x_1)/a_{12}.

Differenzieren der ersten gibt x¨1=a11x˙1+a12x˙2\ddot{x}_1 = a_{11}\, \dot{x}_1 + a_{12}\, \dot{x}_2. Einsetzen der zweiten und Substituieren von x2x_2 liefert nach kurzer Algebra:

!!!
Überführte DGL 2. Ordnung
x¨1Tr(A)x˙1+det(A)x1=0\ddot{x}_1 - \mathrm{Tr}(A)\, \dot{x}_1 + \det(A)\, x_1 = 0
Tr(A)=a11+a22\mathrm{Tr}(A) = a_{11} + a_{22}: Spur. det(A)=a11a22a12a21\det(A) = a_{11}\, a_{22} - a_{12}\, a_{21}: Determinante. Diese DGL hängt nur von Spur und Determinante ab, nicht von den einzelnen Einträgen.

Anschaulich: aus dem 2×22 \times 2-System wird eine skalare DGL 2. Ordnung mit konstanten Koeffizienten. Eben die Klasse aus VII.10! Das char.Polynom dieser DGL lautet χ(λ)=λ2Tr(A)λ+det(A)\chi(\lambda) = \lambda^2 - \mathrm{Tr}(A)\, \lambda + \det(A), und das ist identisch mit det(AλI)\det(A - \lambda I) aus §2.1.

Zwei Wege, ein Polynom. Egal ob du den Diagonalisierungs-Weg oder den Überführungs-Weg gehst, du landest beim selben charakteristischen Polynom und denselben Eigenwerten. Die zwei Methoden sind nur verschiedene Verkleidungen desselben Apparates. Diese Übereinstimmung ist die elegante Pointe von Kapitel VII.13.

Merke Char.Polynom ist gleich
λ2Tr(A)λ+det(A)=det(AλI)\lambda^2 - \mathrm{Tr}(A)\, \lambda + \det(A) = \det(A - \lambda I). Methoden 1 und 2 liefern dieselben Wurzeln.
Formel Überführte DGL
x¨1Tr(A)x˙1+det(A)x1=0\ddot{x}_1 - \mathrm{Tr}(A)\, \dot{x}_1 + \det(A)\, x_1 = 0

3.2 Wann lohnt sich welche Methode?

Diagonalisierung oder Überführung. Welche Methode greifst du in der Klausur? Die Antwort hängt davon ab, wie sauber sich AA diagonalisieren lässt und wie gross das System ist. Eine kurze Faustregel hilft bei der Wahl.

Methode 1 (Diagonalisierung) verlangt: Eigenwerte und Eigenvektoren von AA explizit ausrechnen. Sie ist die saubere LinAlg-Methode und liefert die geometrische Sicht (Eigenmoden, Eigenrichtungen). Sie funktioniert glatt, wenn AA diagonalisierbar ist. Bei nicht-diagonalisierbarem AA (defekt) wird sie umständlich.

Methode 2 (Überführung) umgeht die Eigenvektoren: du differenzierst und löst die skalare DGL aus VII.10 §3 (inkl. Vielfachheits-Rezept). Sie ist robust auch bei defektem AA, weil der xjeλtx^j\, e^{\lambda t}-Trick in VII.10 schon eingebaut ist. Sie ist allerdings auf 2×22 \times 2 und 3×33 \times 3 praktikabel, bei grösseren Systemen wird das Eliminieren mühsam.

Methode Vorteil Wann?
Methode 1: Diagonalisierung Geometrische Sicht (Eigenmoden, Richtungen); für beliebige nn AA ist diagonalisierbar und Eigenvektoren leicht zu finden
Methode 2: Überführung Vielfachheits-Trick aus VII.10 inklusive; kein Eigenvektor nötig Kleines System (2×22 \times 2 oder 3×33 \times 3), AA evtl. defekt
Methodenvergleich für lineare autonome Systeme
Merke Faustregel
Diagonalisierbar und n3n \geq 3: Methode 1. Klein (2×22 \times 2) und evtl. defekt: Methode 2. Beide liefern dasselbe Polynom.
Prüfungstipp Schneller Klausur-Tipp
Probiere bei 2×22 \times 2-Aufgaben zuerst Methode 2: 3 Zeilen Algebra, dann VII.10-Tabelle. Methode 1 nur, wenn explizite Eigenvektoren verlangt sind.

4Beispiele

4.1 2D-System mit zwei reellen Eigenwerten

Tr(A)\mathrm{Tr}(A) 2.00
det(A)\det(A) −8.00
Eigenwerte 4, −2
Typ Sattelpunkt
Abb. 4: Der Phasenraum-Zoo. Wechsle die Matrix AA und sieh, wie die Eigenwerte die Geometrie bestimmen: Sattel, stabiler Knoten, Kreis (Zentrum) oder Spirale.

Wie sieht das Standardbeispiel für Methode 1 (Diagonalisierung) aus? Wir nehmen eine symmetrische 2×22 \times 2-Matrix mit knappem char.Polynom. Eigenwerte und Eigenvektoren in zwei Zeilen, dann fertig.

Gegeben. Das System x˙1=x1+3x2\dot{x}_1 = x_1 + 3\, x_2, x˙2=3x1+x2\dot{x}_2 = 3\, x_1 + x_2. In Matrix-Form x˙=Ax\dot{\vec{x}} = A\vec{x} mit

!!
Koeffizientenmatrix
A=(1331)A = \begin{pmatrix} 1 & 3 \\ 3 & 1 \end{pmatrix}
Symmetrische 2×22 \times 2-Matrix. Spur Tr(A)=2\mathrm{Tr}(A) = 2, Determinante det(A)=19=8\det(A) = 1 - 9 = -8.

Eigenwerte: char.Polynom det(AλI)=(1λ)29=λ22λ8=(λ4)(λ+2)\det(A - \lambda I) = (1 - \lambda)^2 - 9 = \lambda^2 - 2\lambda - 8 = (\lambda - 4)(\lambda + 2). Nullstellen λ1=4\lambda_1 = 4 und λ2=2\lambda_2 = -2. Zwei verschiedene reelle Eigenwerte, also AA diagonalisierbar.

Eigenvektoren: für λ1=4\lambda_1 = 4 gibt (A4I)v=0(A - 4I)\vec{v} = \vec{0} gerade v1=v2v_1 = v_2, wähle v1=(1,1)T\vec{v}_1 = (1, 1)^T. Für λ2=2\lambda_2 = -2 gibt (A+2I)v=0(A + 2I)\vec{v} = \vec{0} gerade v2=v1v_2 = -v_1, wähle v2=(1,1)T\vec{v}_2 = (1, -1)^T.

Beide Eigenvektoren stehen senkrecht aufeinander, weil AA symmetrisch ist.

!!!
Allgemeine Lösung
x(t)=C1e4t(11)  +C2e2t(11)\vec{x}(t) = C_1\, e^{4t} \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \end{pmatrix} \;+ C_2\, e^{-2t} \begin{pmatrix} 1 \\ -1 \end{pmatrix}
Zwei Eigenmoden. Mode 1 (λ=4\lambda = 4) wächst exponentiell, Mode 2 (λ=2\lambda = -2) klingt ab. Konstanten C1,C2C_1, C_2 aus Anfangsbedingungen.

Anschaulich. In Richtung (1,1)(1, 1) wächst der Zustand mit Rate 44, in Richtung (1,1)(1, -1) klingt er mit Rate 22 ab. Für grosse tt dominiert die wachsende Mode, das System läuft entlang (1,1)(1, 1) ins Unendliche. Liegt der Anfangsvektor genau in Richtung (1,1)(1, -1) (C1=0C_1 = 0), klingt es sauber zum Nullpunkt ab.

Merke Drei Schritte
(1) char.Pol. (2) Eigenwerte als Nullstellen. (3) Eigenvektoren via (AλiI)v=0(A - \lambda_i I)\vec{v} = 0. Allg. Lösung sofort hingeschrieben.
Formel Ergebnis
x(t)=C1e4t(11)+C2e2t(11)\vec{x}(t) = C_1\, e^{4t} \binom{1}{1} + C_2\, e^{-2t} \binom{1}{-1}

4.2 Komplex konjugiertes Eigenwert-Paar

Was passiert geometrisch bei komplex konjugierten Eigenwerten? Statt geradliniger Bewegung dreht sich das System. Die Trajektorien sind Spiralen (mit Realteil 0\neq 0) oder geschlossene Kreise (Realteil =0= 0). Wir rechnen das klassische Beispiel.

Gegeben. Das System x˙1=x2\dot{x}_1 = x_2, x˙2=x1\dot{x}_2 = -x_1. In Matrix-Form mit

!!
Rein-imaginärer Eigenwert-Generator
A=(0110)A = \begin{pmatrix} 0 & 1 \\ -1 & 0 \end{pmatrix}
Standard-Rotations-Generator. Spur 00, Determinante 11. Char.Polynom λ2+1\lambda^2 + 1 mit rein imaginären Nullstellen.

Eigenwerte: char.Polynom det(AλI)=λ2+1=0\det(A - \lambda I) = \lambda^2 + 1 = 0, also λ=±i\lambda = \pm\, i. Komplex konjugiertes Paar mit Realteil α=0\alpha = 0 und Imaginärteil β=1\beta = 1.

Komplexer Eigenvektor: für λ=i\lambda = i: (AiI)v=(i11i)v=0(A - iI)\vec{v} = \begin{pmatrix} -i & 1 \\ -1 & -i \end{pmatrix}\vec{v} = \vec{0}, erste Zeile iv1+v2=0-i\, v_1 + v_2 = 0, also v2=iv1v_2 = i\, v_1. Wähle v=(1,i)T\vec{v} = (1, i)^T. Realteil u=(1,0)T\vec{u} = (1, 0)^T, Imaginärteil w=(0,1)T\vec{w} = (0, 1)^T.

Reelle Lösung: mit der Formel aus §2.3 (α=0\alpha = 0, β=1\beta = 1) lauten die zwei reellen Eigenmoden e0(cos(t)usin(t)w)=(cos(t),sin(t))Te^{0}(\cos(t)\, \vec{u} - \sin(t)\, \vec{w}) = (\cos(t), -\sin(t))^T und e0(sin(t)u+cos(t)w)=(sin(t),cos(t))Te^{0}(\sin(t)\, \vec{u} + \cos(t)\, \vec{w}) = (\sin(t), \cos(t))^T. Allg. Lösung:

!!!
Allgemeine Lösung (Kreis-Trajektorien)
x(t)=C1(cos(t)sin(t))  +C2(sin(t)cos(t))\vec{x}(t) = C_1 \begin{pmatrix} \cos(t) \\ -\sin(t) \end{pmatrix} \;+ C_2 \begin{pmatrix} \sin(t) \\ \cos(t) \end{pmatrix}
Erfüllt x1(t)2+x2(t)2=C12+C22=x_1(t)^2 + x_2(t)^2 = C_1^2 + C_2^2 = konstant. Trajektorien sind Kreise um den Ursprung, durchlaufen im Uhrzeigersinn.

Anschaulich. Der Realteil α=0\alpha = 0 heisst: kein Anwachsen, kein Abklingen. Reine Drehung. Das System verharrt auf dem Kreis mit Radius C12+C22\sqrt{C_1^2 + C_2^2}. Wäre α>0\alpha > 0 gewesen, wären es nach aussen laufende Spiralen (instabiler Strudelpunkt aus VII.14); bei α<0\alpha < 0 nach innen laufende Spiralen (asymptotisch stabiler Strudelpunkt).

Verbindung zu Schwingungen. Das System x˙1=x2\dot{x}_1 = x_2, x˙2=x1\dot{x}_2 = -x_1 ist genau die Vektor-Form von x¨1+x1=0\ddot{x}_1 + x_1 = 0 (setze x2=x˙1x_2 = \dot{x}_1), also die harmonische Schwingung aus VII.10 §4.1 mit ω=1\omega = 1.

Phasenraum-Bild und Schwingungs-Bild sind dieselbe Lösung in zwei Sprachen.

Merke Geometrie der Drehung
α=0\alpha = 0: Kreis. α<0\alpha < 0: Spirale nach innen. α>0\alpha > 0: Spirale nach aussen. β\beta: Drehfrequenz.
Formel Kreis-Lösung
x(t)=C1(cos(t)sin(t))+C2(sin(t)cos(t))\vec{x}(t) = C_1 \binom{\cos(t)}{-\sin(t)} + C_2 \binom{\sin(t)}{\cos(t)}
Querverweis Verweise
→ VII.12 §5 Phasenporträt

4.3 Federgekoppelte Pendel und Normalmoden

ω\omega (symmetrisch) 1.00
σ\sigma (antisymmetrisch) 1.73
Schwebungsdauer 2π/(σω)2\pi/(\sigma - \omega) 8.6
1.0
Abb. 5: Auslenkungen x(t)x(t) und y(t)y(t) der zwei gekoppelten Pendel. Die symmetrische Mode schwingt mit ω=g/l\omega = \sqrt{g/l}, die antisymmetrische mit σ=g/l+2k/m>ω\sigma = \sqrt{g/l + 2k/m} > \omega.

Wie schwingen zwei mit einer Feder verbundene Pendel? Nicht chaotisch, sondern in zwei Normalmoden: eine synchrone und eine gegenphasige.

Wir leiten beide Moden sauber her und zeigen, dass jedes Verhalten eine Linearkombination dieser zwei Moden ist.

Aufbau. Zwei mathematische Pendel, je Pendellänge ll, je Masse mm, je Auslenkung x(t)x(t) bzw. y(t)y(t) aus der Ruhelage. Verbunden durch eine Feder (Federkonstante kk), die in der Ruhelage entspannt ist. Im Kleinwinkel-Bereich liefert Newton 2:

!!
Bewegungsgleichungen der gekoppelten Pendel
mx¨=mglxk(xy)my¨=mglyk(yx)\begin{aligned} m\, \ddot{x} &= -\frac{m\, g}{l}\, x - k\, (x - y) \\ m\, \ddot{y} &= -\frac{m\, g}{l}\, y - k\, (y - x) \end{aligned}
Schwerkraft (mgx/l-m g x/l) wirkt als Rückstellung pro Pendel. Feder (k(xy)-k(x-y) bzw. k(yx)-k(y-x)) wirkt nur, wenn beide Pendel verschieden ausgelenkt sind.

Vereinfachung. Teile beide Gleichungen durch mm und setze a:=g/la := g/l, b:=k/mb := k/m. Es entsteht ein System von zwei DGL 2. Ordnung mit konstanten Koeffizienten:

!!
System in Normalform
x¨=(a+b)x+byy¨=bx(a+b)y\begin{aligned} \ddot{x} &= -(a + b)\, x + b\, y \\ \ddot{y} &= b\, x - (a + b)\, y \end{aligned}
Symmetrisch in xx und yy. Diagonale Einträge (a+b)-(a+b) enthalten Schwerkraft- und Feder-Beitrag, Nebendiagonale bb ist die reine Feder-Kopplung.

Normalmoden-Ansatz. Statt xx und yy einzeln benutzen wir qs:=(x+y)/2q_s := (x + y)/2 (symmetrisch, beide gleich ausgelenkt) und qa:=(xy)/2q_a := (x - y)/2 (antisymmetrisch, gleich gross aber entgegengesetzt).

Addieren und Subtrahieren der beiden Bewegungsgleichungen liefert nach kurzer Rechnung:

!!
Entkoppelte Normalmoden
q¨s=aqsq¨a=(a+2b)qa\begin{aligned} \ddot{q}_s &= -a\, q_s \\ \ddot{q}_a &= -(a + 2b)\, q_a \end{aligned}
Jede Mode ist eine einzelne harmonische DGL 2. Ordnung wie in VII.10 §4.1, mit eigener Kreisfrequenz ω=a\omega = \sqrt{a} bzw. σ=a+2b\sigma = \sqrt{a+2b}.

Die zwei Normalmoden. Jede Mode ist eine harmonische Schwingung mit eigener Frequenz:

!!!
Frequenzen der Normalmoden
ω=a=g/lσ=a+2b=g/l+2k/m\begin{aligned} \omega &= \sqrt{a} = \sqrt{g/l} \\ \sigma &= \sqrt{a + 2b} = \sqrt{g/l + 2k/m} \end{aligned}
ω\omega: symmetrische Mode (Pendel gleichphasig). σ\sigma: antisymmetrische Mode (Pendel gegenphasig). Es gilt stets σ>ω\sigma > \omega, die antisymmetrische Mode ist schneller.

Anschaulich. In der symmetrischen Mode (qsq_s) schwingen beide Pendel synchron, die Feder wird nie gestreckt. Nur die Schwerkraft stellt zurück, daher ist ω=g/l\omega = \sqrt{g/l} identisch mit der eines einzelnen freien Pendels.

In der antisymmetrischen Mode (qaq_a) schwingen die Pendel gegeneinander, die Feder wird abwechselnd gestreckt und gestaucht und stellt zusätzlich zurück. Schwerkraft und Feder addieren sich, daher ist σ=g/l+2k/m\sigma = \sqrt{g/l + 2k/m} stets grösser als ω\omega.

Allgemeine Lösung. Jede Bewegung ist eine Linearkombination der zwei Moden: qs(t)=C1cos(ωt)+C2sin(ωt)q_s(t) = C_1\cos(\omega t) + C_2\sin(\omega t) und qa(t)=C3cos(σt)+C4sin(σt)q_a(t) = C_3\cos(\sigma t) + C_4\sin(\sigma t).

Zurück in x,yx, y ergibt das vier freie Konstanten, passend zur Ordnung des Systems (zwei DGL 2. Ordnung).

Notation Notation ω\omega, σ\sigma
ω=g/l\omega = \sqrt{g/l}: symmetrische Mode (Pendel im Takt). σ=g/l+2k/m\sigma = \sqrt{g/l + 2k/m}: antisymmetrische Mode (Pendel gegenphasig). Stets σ>ω\sigma > \omega.
Merke Normalmoden-Übersicht
qs=(x+y)/2q_s = (x+y)/2 schwingt mit ω\omega. qa=(xy)/2q_a = (x-y)/2 schwingt mit σ\sigma. Jede Bewegung ist Summe beider Moden.

Aufgaben mit Musterlösungen

Übungsaufgaben werden in Kürze ergänzt.

Die Aufgaben für dieses Kapitel werden in einer zukünftigen Version ergänzt.

MerkeErst selbst rechnen, dann Lösung prüfen!