1.0 Notations-Konventionen

Bevor wir Flächen integrieren, klären wir die Symbole. Dieses Kapitel und die folgenden in VI.4 bis VI.10 nutzen eine ganze Familie infinitesimaler Elemente (dsds, dAdA, dOdO, dVdV), eine Vektor-Variante davon (dld\vec{l}, dOd\vec{O}), und das überladene Symbol \partial in zwei verschiedenen Rollen. Wer den Symbol-Salat einmal sortiert hat, liest die Sätze in VI.5 bis VI.10 ohne Mühe.

Differential-Elemente. dsds ist das Bogenlängen-Element einer Kurve (1D). dAdA ist das Flächen-Element in der Ebene (2D in R2\mathbb{R}^2). dOdO ist das Flächen-Element einer Fläche im Raum (2D in R3\mathbb{R}^3); manche Texte schreiben dafür dSdS. dVdV ist das Volumen-Element im Raum (3D). Faustregel: der Buchstabe sagt die Dimension; das vorangestellte dd heisst infinitesimal klein.

Skalar gegenüber Vektor. dOdO ist ein Skalar (positiver Flächeninhalt eines kleinen Patches). Der orientierte Flächenelement-Vektor dO=ndOd\vec{O} = \vec{n}\,dO trägt zusätzlich die Richtung des Normaleneinheitsvektors. Analog: dsds ist die skalare Bogenlänge, dld\vec{l} das orientierte Linienelement entlang einer Kurve. Bei reinen Flächeninhalts-Berechnungen (Section 4) brauchen wir dOdO. Bei Fluss-Integralen ab VI.4 brauchen wir dOd\vec{O}.

Rand-Symbol \partial. V\partial V ist der Rand der Region VV. Bei einem 3D-Volumen VV ist V\partial V die geschlossene 2D-Oberfläche; bei einer 2D-Region BB in der Ebene ist B\partial B der geschlossene Randkurven-Pfad. Achtung: dasselbe \partial-Symbol bezeichnet auch die partielle Ableitung f/x\partial f / \partial x. Welche Bedeutung gemeint ist, sagt der Kontext: \partial vor einer Region (Index am Integralzeichen) heisst Rand; \partial vor einer Funktion (mit Variablen-Bruch) heisst Ableitung.

Integralzeichen. \int steht über einer Kurve, \iint über einer Fläche, \iiint über einem Volumen. Geschlossene Linie: \oint. Geschlossene Fläche: \oiint. Beispiel: KFdl\oint_K \vec{F} \cdot d\vec{l} ist die Zirkulation um eine geschlossene Kurve KK; VFdO\oiint_{\partial V} \vec{F} \cdot d\vec{O} ist der Gesamtfluss durch die geschlossene Randfläche eines Volumens.

Differentialelemente nach Dimension
ds  (Bogen, 1D),dA  (Fla¨che in Ebene, 2D)dO  (Fla¨che in Raum, 2D),dV  (Volumen, 3D)\begin{aligned} ds &\;\text{(Bogen, 1D)}, & dA &\;\text{(Fläche in Ebene, 2D)} \\ dO &\;\text{(Fläche in Raum, 2D)}, & dV &\;\text{(Volumen, 3D)} \end{aligned}
Buchstabe gibt die Dimension. Das vorangestellte dd heisst infinitesimal.
Symbol Bedeutung Beispiel
dsds Bogenlängen-Element (1D Kurve) Länge L=KdsL = \int_K ds
dld\vec{l} orientiertes Linienelement Zirkulation KFdl\oint_K \vec{F} \cdot d\vec{l}
dAdA Flächen-Element in der Ebene (2D) Polar: dA=rdrdφdA = r\,dr\,d\varphi
dOdO Flächen-Element einer Fläche im Raum (2D) Kugel: dO=R2sinvdudvdO = R^2 \sin v\,du\,dv
dOd\vec{O} orientiertes Flächen-Element Fluss SFdO\iint_S \vec{F} \cdot d\vec{O} (siehe VI.4)
dVdV Volumen-Element (3D) Kugel: dV=r2sinθdrdθdφdV = r^2 \sin\theta\,dr\,d\theta\,d\varphi
V\partial V Rand der Region VV (geschlossene Fläche bei 3D-VV) Gauss: VdivFdV=VFdO\iiint_V \operatorname{div}\vec{F}\,dV = \oiint_{\partial V} \vec{F} \cdot d\vec{O}
S\partial S Rand der Fläche SS (geschlossene Kurve) Stokes: SrotFdO=SFdl\iint_S \operatorname{rot}\vec{F} \cdot d\vec{O} = \oint_{\partial S} \vec{F} \cdot d\vec{l}
\oint Linienintegral über geschlossene Kurve Zirkulation um geschlossene Schleife
\oiint Oberflächenintegral über geschlossene Fläche Gesamtfluss durch geschlossene Hülle
Notations-Cheatsheet für Vektoranalysis
Definition Differential-Elemente
dsds Bogen (1D), dAdA Fläche in der Ebene, dOdO Fläche im Raum (2D), dVdV Volumen (3D).
Definition Rand-Operator
V\partial V ist der Rand der Region VV. Bei 3D-VV ist V\partial V die geschlossene 2D-Oberfläche.
Notation Orientiertes Element
dO=ndOd\vec{O} = \vec{n}\,dO trägt eine Richtung (Normaleneinheitsvektor).
Merke Merke: Pfeil über dd bedeutet orientiert (Vektor). Ohne Pfeil ist es ein Skalar (positiver Inhalt).
Folgt VI.4 Fluss verwendet dOd\vec{O}. VI.5 Divergenzsatz verwendet V\partial V. VI.8 Stokes verwendet S\partial S.

1.1 Funktionen mehrerer Parameter und Standard-Volumen-/Flächenelemente

Multiparametrige Funktionen f:BRnRm\vec{f}: B \subset \mathbb{R}^n \to \mathbb{R}^m verallgemeinern den Funktionsbegriff aus Analysis I. In der Vektoranalysis treten dabei wenige Spezialfälle besonders häufig auf: Skalarfelder (n=2n = 2 oder n=3n = 3, m=1m = 1), Vektorfelder (n=mn = m), Raumkurven (n=1n = 1, m=3m = 3). Kapitel VI.3 widmet sich dem Spezialfall n=2n = 2, m=3m = 3. Eine Fläche im Raum ist nichts anderes als das Bild einer geeigneten Funktion r:BR2R3\vec{r}: B \subset \mathbb{R}^2 \to \mathbb{R}^3.

Die partielle Ableitung fi/xj\partial f_i / \partial x_j misst die Änderungsrate der ii-ten Komponente fif_i bei einer Variation der jj-ten Eingangsvariablen xjx_j, während alle übrigen Variablen festgehalten bleiben. Sie ist die mehrdimensionale Verallgemeinerung der gewöhnlichen Ableitung: ein Schnappschuss, in welche Richtung die Funktion lokal in Koordinatenrichtung xjx_j läuft.

Ordnet man alle partiellen Ableitungen erster Ordnung in einer Matrix an, erhält man die Jacobi-Matrix DfRm×nD\vec{f} \in \mathbb{R}^{m \times n}. Im Fall n=mn = m ist die Jacobi-Determinante det(Df)\det(D\vec{f}) ein lokaler Volumenfaktor: ein winziges nn-dimensionales Volumenelement dVdV' im Definitionsbereich wird durch f\vec{f} auf ein Volumenelement der Grösse det(Df)dV|\det(D\vec{f})|\,dV' im Bildbereich abgebildet. Genau dieser Faktor erscheint in der Substitutionsregel und wird uns in Section 4.3 wieder begegnen, wenn wir von der 2D-Substitution zum Oberflächenelement im 3D-Raum übergehen.

Aus der Substitutionsregel folgen die Standard-Volumen- und Flächenelemente in den gängigen Koordinatensystemen. Diese Identitäten brauchen wir praktisch in jeder Aufgabe; sie sind Auswendig-Material und sollten nicht jedesmal neu hergeleitet werden. Die Tabelle unten fasst die wichtigsten Fälle zusammen. Insbesondere dA=rdrdφdA = r\,dr\,d\varphi in Polarkoordinaten und dV=r2sinθdrdθdφdV = r^2\sin\theta\,dr\,d\theta\,d\varphi in Kugelkoordinaten kommen ständig vor; aus letzterem folgt durch Festhalten von r=Rr = R direkt das Flächenelement der Kugeloberfläche dO=R2sinθdθdφdO = R^2\sin\theta\,d\theta\,d\varphi, das in Section 4.5 für die Berechnung von 4πR24\pi R^2 gebraucht wird.

Jacobi-Matrix
Df(x)  =  (f1/x1f1/xnfm/x1fm/xn)D\vec{f}(\vec{x}) \;=\; \begin{pmatrix} \partial f_1 / \partial x_1 & \cdots & \partial f_1 / \partial x_n \\ \vdots & \ddots & \vdots \\ \partial f_m / \partial x_1 & \cdots & \partial f_m / \partial x_n \end{pmatrix}
DfRm×nD\vec{f} \in \mathbb{R}^{m \times n}. Eintrag in Zeile ii, Spalte jj ist fi/xj\partial f_i / \partial x_j.
Jacobi-Determinante (Spezialfall n = m)
det(Df(x))  =  det ⁣(f1/x1f1/xnfn/x1fn/xn)\det\bigl(D\vec{f}(\vec{x})\bigr) \;=\; \det\!\begin{pmatrix} \partial f_1 / \partial x_1 & \cdots & \partial f_1 / \partial x_n \\ \vdots & \ddots & \vdots \\ \partial f_n / \partial x_1 & \cdots & \partial f_n / \partial x_n \end{pmatrix}
Definiert nur für quadratische Jacobi-Matrizen. Geometrische Lesart als lokaler Volumenfaktor: dV=det(Df)dVdV = |\det(D\vec{f})|\,dV'.
Spezialfall Flächen-Parametrisierung (n = 2, m = 3)
Dr(u,v)  =  (ru(u,v)    rv(u,v))    R3×2D\vec{r}(u, v) \;=\; \bigl(\,\vec{r}_u(u, v) \;\big|\; \vec{r}_v(u, v)\,\bigr) \;\in\; \mathbb{R}^{3 \times 2}
Zwei Spalten, drei Zeilen. Da die Matrix nicht quadratisch ist, gibt es keine Jacobi-Determinante. Stattdessen tritt ru×rv|\vec{r}_u \times \vec{r}_v| als Flächenfaktor auf (Section 4.2).
Koordinaten Substitution Element
2D Kartesisch (x,y)(x, y) dA=dxdydA = dx\,dy
2D Polar x=rcosφ,  y=rsinφx = r\cos\varphi,\;y = r\sin\varphi dA=rdrdφdA = r\,dr\,d\varphi
3D Kartesisch (x,y,z)(x, y, z) dV=dxdydzdV = dx\,dy\,dz
3D Zylinder x=ρcosφ,  y=ρsinφ,  z=zx = \rho\cos\varphi,\;y = \rho\sin\varphi,\;z = z dV=ρdρdφdzdV = \rho\,d\rho\,d\varphi\,dz
3D Kugel x=rsinθcosφ,  y=rsinθsinφ,  z=rcosθx = r\sin\theta\cos\varphi,\;y = r\sin\theta\sin\varphi,\;z = r\cos\theta dV=r2sinθdrdθdφdV = r^2 \sin\theta\,dr\,d\theta\,d\varphi
Kugeloberfläche r=Rr = R wie 3D-Kugel, rr fest dO=R2sinθdθdφdO = R^2 \sin\theta\,d\theta\,d\varphi
Zylindermantel ρ=R\rho = R wie 3D-Zylinder, ρ\rho fest dO=RdφdzdO = R\,d\varphi\,dz
Standard-Volumen- und Flächenelemente
1.0
0.50
0.15
0.40
1.50
Abb. 1: Warum der Faktor rr in dA=rdrdφdA = r\,dr\,d\varphi steht.
Definition Jacobi-Matrix
Matrix DfRm×nD\vec{f} \in \mathbb{R}^{m \times n} aller partiellen Ableitungen erster Ordnung. Eintrag (i,j)(i, j) ist fi/xj\partial f_i / \partial x_j.
Definition Jacobi-Determinante
Determinante der Jacobi-Matrix, definiert für quadratische Matrizen (n=mn = m). Geometrisch der lokale Volumenfaktor.
Formel Polar 2D
dA=rdrdφdA = r\,dr\,d\varphi
Polarkoordinaten in der Ebene. Faktor rr kommt aus der Jacobi-Determinante.
Formel Kugel 3D
dV=r2sinθdrdθdφdV = r^2 \sin\theta\,dr\,d\theta\,d\varphi
Kugelkoordinaten im Raum. Faktor r2sinθr^2 \sin\theta ist Pflicht-Wissen.
Merke Auswendig
Polar 2D (dA=rdrdφdA = r\,dr\,d\varphi) und Kugel 3D (dV=r2sinθdrdθdφdV = r^2\sin\theta\,dr\,d\theta\,d\varphi) tauchen in jeder zweiten Aufgabe auf.

1.2 Drei Darstellungsformen einer Fläche

Eine Fläche im Raum ist anschaulich ein zweidimensionales Gebilde, das sich in den R3\mathbb{R}^3 einbettet. Formal: lokal homöomorph zu einer offenen Menge im R2\mathbb{R}^2, sodass jedes Flächenstück ein "flach gemachtes" Bild eines ebenen Gebiets ist. Drei Darstellungsformen sind in Vorlesung und Prüfung gebräuchlich, jede mit eigenen Stärken.

Parameterdarstellung. Eine Funktion r:BR2R3\vec{r}: B \subset \mathbb{R}^2 \to \mathbb{R}^3 bildet einen 2D-Parameterbereich BB direkt auf die Fläche ab. Vorteil: konstruktiv und damit ideal für Animationen, Integrationen, Riemann-Summen. Nachteil: dieselbe Fläche hat unendlich viele Parametrisierungen, was Eindeutigkeitsfragen aufwirft (Section 4.3 zeigt allerdings, dass der Oberflächeninhalt von der Wahl unabhängig ist).

Implizite Darstellung. Eine Fläche kann als Niveaumenge {F=0}\{F = 0\} einer Funktion F:R3RF: \mathbb{R}^3 \to \mathbb{R} geschrieben werden. Vorteil: Punkt-auf-Fläche-Tests sind trivial (F(r)=0F(\vec{r}) = 0 einsetzen), und der Gradient F\nabla F liefert sofort einen Normalenvektor. Brücke zu VI.1: Niveauflächen waren bereits bei der geometrischen Lesart des Gradienten zentral.

Explizite Darstellung. Spezialfall der Parameterdarstellung mit u=xu = x, v=yv = y und z=f(x,y)z = f(x, y). Die Fläche ist also der Graph einer skalaren Funktion f:BR2Rf: B \subset \mathbb{R}^2 \to \mathbb{R}. Funktioniert nur, wenn die Fläche gegenüber der xy-Ebene als Funktion z=f(x,y)z = f(x, y) aufgelöst werden kann; die Kugel etwa lässt sich so nur in zwei Halbkugel-Stücken abdecken.

I. Parameterdarstellung
r:BR2R3,(u,v)    r(u,v)=(x(u,v)y(u,v)z(u,v))\vec{r}: B \subset \mathbb{R}^2 \to \mathbb{R}^3, \qquad (u, v) \;\mapsto\; \vec{r}(u, v) = \begin{pmatrix} x(u, v) \\ y(u, v) \\ z(u, v) \end{pmatrix}
BB heisst Parameterbereich, (u,v)(u, v) sind die Parameter. Die drei Koordinatenfunktionen x,y,zx, y, z sind reelle Funktionen auf BB.
II. Implizite Darstellung
S  =  {(x,y,z)R3  :  F(x,y,z)=0}S \;=\; \bigl\{\, (x, y, z) \in \mathbb{R}^3 \;:\; F(x, y, z) = 0 \,\bigr\}
F:R3RF: \mathbb{R}^3 \to \mathbb{R} ist die definierende Funktion. Punkt-Test einfach: FF am Punkt auswerten.
III. Explizite Darstellung
S  =  {(x,y,f(x,y))  :  (x,y)B}S \;=\; \bigl\{\, (x, y, f(x, y)) \;:\; (x, y) \in B \,\bigr\}
f:BR2Rf: B \subset \mathbb{R}^2 \to \mathbb{R} ist eine Höhenfunktion. Spezialfall der Parameterform mit u=xu = x, v=yv = y.
Definition Fläche im Raum
Zweidimensionales Objekt im R3\mathbb{R}^3, lokal homöomorph zu einer offenen Menge im R2\mathbb{R}^2.
Merke Drei Darstellungen
I. Parameter r(u,v)\vec{r}(u, v). II. Implizit {F=0}\{F = 0\}. III. Explizit z=f(x,y)z = f(x, y).
Merke Explizit ist Spezialfall
Setzt man in der Parameterform u=xu = x und v=yv = y, ergibt sich die explizite Form. Umgekehrt ist nicht jede Parameterfläche als Graph einer Funktion auflösbar.

1.3 Beispiel: Ebene im Raum

Sei P0=(x0,y0,z0)P_0 = (x_0, y_0, z_0) ein Punkt mit Ortsvektor r0\vec{r}_0, und seien a,bR3\vec{a}, \vec{b} \in \mathbb{R}^3 zwei linear unabhängige Vektoren. Die durch P0P_0 aufgespannte Ebene mit Spannvektoren a,b\vec{a}, \vec{b} besitzt elegante Darstellungen in allen drei Formen.

Drei Darstellungen einer Ebene

  1. Schritt 1: Parameterdarstellung
    Welche Information habe ich? Einen Punkt P0P_0 mit Ortsvektor r0\vec{r}_0 plus zwei linear unabhängige Spannvektoren a,b\vec{a}, \vec{b}. Die Ebene besteht aus allen Linearkombinationen ua+vbu\vec{a} + v\vec{b}, verschoben um r0\vec{r}_0. Direkt hinschreiben.
    Parameter u,vu, v laufen über ganz R\mathbb{R}. Sind a,b\vec{a}, \vec{b} nicht linear unabhängig, entartet die Bildmenge zu einer Geraden oder einem Punkt.
    r(u,v)=r0+ua+vb,(u,v)R2\vec{r}(u, v) = \vec{r}_0 + u\,\vec{a} + v\,\vec{b}, \quad (u, v) \in \mathbb{R}^2
  2. Schritt 2: Implizite Darstellung
    Wie testet man, ob ein Punkt r\vec{r} in der Ebene liegt, ohne u,vu, v zu raten? Über den Normalenvektor c=a×b\vec{c} = \vec{a} \times \vec{b}: alle Punkte der Ebene erfüllen c(rr0)=0\vec{c} \cdot (\vec{r} - \vec{r}_0) = 0.
    Ausmultiplizieren liefert die Hessesche Normalenform Ax+By+Cz+D=0Ax + By + Cz + D = 0 mit c=(A,B,C)\vec{c} = (A, B, C)^\top und D=cr0D = -\vec{c} \cdot \vec{r}_0. Aus den Spannvektoren der Parameterform liefert das Kreuzprodukt sofort c\vec{c} und damit die Koeffizienten der Hesse-Form.
    (a×b)(rr0)=0    Ax+By+Cz+D=0(\vec{a} \times \vec{b}) \cdot (\vec{r} - \vec{r}_0) = 0 \;\Leftrightarrow\; A x + B y + C z + D = 0
  3. Schritt 3: Explizite Darstellung
    Kann ich zz als Funktion von (x,y)(x, y) schreiben? Ja, falls c30c_3 \neq 0 (Ebene nicht senkrecht zur xy-Ebene). Aus der impliziten Form nach zz auflösen.
    Bei c3=0c_3 = 0 steht die Ebene parallel zur z-Achse, dann ist zz frei und die explizite Form mit z=f(x,y)z = f(x, y) existiert nicht. Stattdessen: nach xx oder yy auflösen, je nachdem welche der Komponenten c1,c2c_1, c_2 nicht verschwindet.
    z=f(x,y)=z0+c1(x0x)+c2(y0y)c3,c30z = f(x, y) = z_0 + \frac{c_1\,(x_0 - x) + c_2\,(y_0 - y)}{c_3}, \quad c_3 \neq 0
Definition Ebene im Raum
Affiner Unterraum der Dimension 22 im R3\mathbb{R}^3. Festgelegt durch einen Aufpunkt r0\vec{r}_0 und zwei linear unabhängige Spannvektoren a,b\vec{a}, \vec{b}.
Formel Hessesche Normalenform
Ax+By+Cz+D=0A\,x + B\,y + C\,z + D = 0
Mit (A,B,C)=a×b(A, B, C) = \vec{a} \times \vec{b} und D=cr0D = -\vec{c} \cdot \vec{r}_0.
Merke Normalenvektor
c=a×b\vec{c} = \vec{a} \times \vec{b} steht senkrecht auf der Ebene und ist die Brücke zwischen Parameter- und impliziter Form.
Prüfungstipp Ist c3=0c_3 = 0, lässt sich nicht nach zz auflösen. Nach xx oder yy auflösen, je nachdem welche der Komponenten c1,c2c_1, c_2 nicht null ist.

1.4 Beispiel: Kugel

Die Kugeloberfläche mit Mittelpunkt im Ursprung und Radius R>0R > 0 ist die Standardfläche schlechthin. Wir leiten alle drei Darstellungen her und sehen unterwegs, warum die Kugel nicht durch eine einzige globale Höhenfunktion z=f(x,y)z = f(x, y) beschrieben werden kann.

Drei Darstellungen der Kugel

  1. Schritt 1: Parameterdarstellung (Kugelkoordinaten)
    Was ist die natürliche Parametrisierung einer rotationssymmetrischen Fläche? Kugelkoordinaten: uu als Azimut (geographische Länge) und vv als Polarwinkel (Kowinkel zur Breite, von der z-Achse aus gemessen).
    Bei v=0v = 0 Nordpol, bei v=πv = \pi Südpol; an beiden Polen ist die Parametrisierung singulär (siehe Section 2.1). Der Polarwinkel läuft nur über [0,π][0, \pi], nicht [0,2π][0, 2\pi].
    r(u,v)=R(sinvcosusinvsinucosv),u[0,2π],  v[0,π]\vec{r}(u, v) = R \begin{pmatrix} \sin v\,\cos u \\ \sin v\,\sin u \\ \cos v \end{pmatrix}, \quad u \in [0, 2\pi],\; v \in [0, \pi]
  2. Schritt 2: Implizite Darstellung
    Was ist die einfachste Beschreibung einer Kugel? Die definierende Gleichung selbst. Punkte auf der Kugel sind genau jene mit Abstand RR zum Ursprung.
    F(x,y,z)=x2+y2+z2R2F(x, y, z) = x^2 + y^2 + z^2 - R^2 und F=2r\nabla F = 2\vec{r} ist überall ausser im Ursprung ungleich null. Damit ist die Kugel überall regulär.
    x2+y2+z2=R2x^2 + y^2 + z^2 = R^2
  3. Schritt 3: Explizite Darstellung mit zwei Charts
    Kann eine einzelne Funktion z=f(x,y)z = f(x, y) die ganze Kugel beschreiben? Nein: zu jedem (x,y)(x, y) mit x2+y2<R2x^2 + y^2 < R^2 gehören zwei Höhen (oben und unten). Man braucht zwei Halbkugel-Charts.
    Definitionsbereich beider Charts: die abgeschlossene Scheibe {(x,y):x2+y2R2}\{(x, y) : x^2 + y^2 \leq R^2\}. Am Äquator x2+y2=R2x^2 + y^2 = R^2 treffen sich beide Halbflächen und haben dort senkrechte Tangenten, weil R2x2y2\sqrt{R^2 - x^2 - y^2} mit unendlicher Steilheit gegen null fällt. Erster Hinweis auf den Atlas-Begriff der Differentialgeometrie.
    f±(x,y)=±R2x2y2,(x,y){(x,y):x2+y2R2}f_\pm(x, y) = \pm\sqrt{R^2 - x^2 - y^2}, \quad (x, y) \in \bigl\{(x, y) : x^2 + y^2 \leq R^2\bigr\}
1.0
1.57
1.0
Abb. 2: Kugel in drei Darstellungsformen.
Definition Kugelkoordinaten
(u,v)[0,2π]×[0,π](u, v) \in [0, 2\pi] \times [0, \pi]. uu ist Azimut (Längenkreis), vv ist Polarwinkel (von der z-Achse aus gemessen).
Merke Implizit ist hier am einfachsten
x2+y2+z2=R2x^2 + y^2 + z^2 = R^2. Drei Zeilen elementare Algebra; Kugelkoordinaten brauchen schon eine kleine Rechnung.
Prüfungstipp Zwei Charts f±f_\pm braucht es für die volle Kugel. Eine globale Funktion z=f(x,y)z = f(x, y) existiert nicht.

1.5 Beispiel: Kegel- und Schraubenfläche

Zwei weitere Standardflächen mit jeweils sehr natürlicher Parameterform, aber sperriger impliziter Darstellung. Die Kegelfläche mit Spitze im Ursprung, Rotationsachse z-Achse und halbem Öffnungswinkel α(0,π/2)\alpha \in (0, \pi/2), sowie die Schraubenfläche (Helikoid) mit Steigung h>0h > 0.

Kegel und Helikoid in vier Schritten

  1. Schritt 1: Kegelfläche parametrisieren
    Wie nutze ich die Kugelkoordinaten aus 1.4 für einen Kegel? Polarwinkel auf vαv \equiv \alpha fixieren und den Radius (hier mit uu benannt) frei laufen lassen. Resultat ist eine Mantelfläche, die linear von der Spitze nach aussen läuft.
    uu läuft entlang der Mantellinie, vv entlang des Breitenkreises. Bei u=0u = 0 liegt die Spitze (singuläre Stelle, kein wohldefinierter Tangentenraum, siehe Section 2.3).
    r(u,v)=(usinαcosvusinαsinvucosα),u[0,1],  v[0,2π]\vec{r}(u, v) = \begin{pmatrix} u\,\sin\alpha\,\cos v \\ u\,\sin\alpha\,\sin v \\ u\,\cos\alpha \end{pmatrix}, \quad u \in [0, 1],\; v \in [0, 2\pi]
  2. Schritt 2: Kegelfläche implizit
    Welche algebraische Bedingung erfüllen Kegel-Punkte? Höhe und Radius hängen über tanα\tan\alpha zusammen: für jeden Punkt auf der Mantellinie ist der Abstand zur Achse gleich der Höhe mal tanα\tan\alpha.
    Die Bedingung z0z \geq 0 schliesst den unteren Doppelkegel aus. Wer beide Hälften will, lässt sie weg.
    x2+y2=ztanα,z0\sqrt{x^2 + y^2} = z\,\tan\alpha, \qquad z \geq 0
  3. Schritt 3: Schraubenfläche parametrisieren
    Wie schraubt man eine Höhe zz proportional zur Drehung uu ein? Eine radiale Strecke der Länge v|v| am Drehwinkel uu liegt auf Höhe huh\,u. Stell dir eine Wendeltreppe ohne Stufen vor: pro Vollumdrehung (uu läuft um 2π2\pi) gewinnt sie die Höhe 2πh2\pi h.
    Bei festem uu ist die v-Linie eine radiale Strecke; bei festem vv ist die u-Linie eine Schraubenkurve mit Radius v|v|. Die Schraubenfläche taucht in Section 2.5 wieder auf, dort aber als Tangentenfläche der Schraubenlinie. Das ist eine andere Fläche.
    r(u,v)=(vcosuvsinuhu),uR,  vR\vec{r}(u, v) = \begin{pmatrix} v\,\cos u \\ v\,\sin u \\ h\,u \end{pmatrix}, \quad u \in \mathbb{R},\; v \in \mathbb{R}
  4. Schritt 4: Bemerkung zur impliziten Form des Helikoids
    Hat das Helikoid eine elementare implizite Form? Nein: z=harctan(y/x)z = h\,\arctan(y/x) in geeignetem Definitionsbereich ist mehrdeutig wegen arctan\arctan, also braucht es mehrere Charts. Die explizite Form ist analog problematisch. Folgerung: viele praktisch relevante Flächen sind am natürlichsten in Parameterform und nur dort.
1.0
0.60
0.5
Abb. 3: Kegelfläche und Schraubenfläche als Standardbeispiele.
Definition Kegelfläche
Mantelfläche eines Kreiskegels mit Spitze im Ursprung, Achse z-Achse, halbem Öffnungswinkel α\alpha.
Definition Schraubenfläche (Helikoid)
Fläche r(u,v)=(vcosu,vsinu,hu)\vec{r}(u, v) = (v\cos u, v\sin u, h\,u)^\top. Bild einer Wendeltreppe ohne Stufen.
Folgt Section 2.5 Tangentenfläche der Schraubenlinie (eine dritte, davon verschiedene Fläche)

2.1 Parameterlinien

Bei einer Parametrisierung r(u,v)\vec{r}(u, v) einer Fläche SS definieren wir zwei natürliche Kurvenscharen. Die v-Linie entsteht durch Festhalten von u=u0u = u_0 und Variieren von vv; sie ist die Raumkurve vr(u0,v)v \mapsto \vec{r}(u_0, v). Analog ist die u-Linie die Raumkurve ur(u,v0)u \mapsto \vec{r}(u, v_0) bei festem v=v0v = v_0. Diese Linien stehen für ein einfaches geometrisches Bild: ein rechteckiges Gitter im Parameterbereich BB wird durch r\vec{r} auf ein Netz auf der Fläche abgebildet, und die Maschen dieses Netzes sind die natürlichen "Pixel" der Parametrisierung.

Beispiel Kugel. Bei der Standardparametrisierung in Kugelkoordinaten sind die u-Linien (festes vv) genau die Breitenkreise (Parallelen) auf der Kugel; die v-Linien (festes uu) sind die Längenkreise (Meridiane) von Pol zu Pol. An den Polen v=0v = 0 und v=πv = \pi entartet die u-Linie zu einem Punkt: alle Werte von uu liefern denselben Punkt. Das ist eine Stelle, an der die Parametrisierung nicht regulär ist (Section 2.3).

Beispiel Schraubenfläche. Bei r(u,v)=(vcosu,vsinu,hu)\vec{r}(u, v) = (v\cos u, v\sin u, hu)^\top sind die u-Linien (festes vv) Schraubenkurven mit Radius v|v| und Steigung hh; die v-Linien (festes uu) sind radiale Strecken in einer Halbebene durch die z-Achse. Das Gitter aus diesen Linien zeigt die schraubenförmige Geometrie unmittelbar.

v-Linie (u fix)
v    r(u0,v)v \;\mapsto\; \vec{r}(u_0, v)
Raumkurve auf SS, parametrisiert durch vv. u0Bu_0 \in B ist fest.
u-Linie (v fix)
u    r(u,v0)u \;\mapsto\; \vec{r}(u, v_0)
Raumkurve auf SS, parametrisiert durch uu. v0Bv_0 \in B ist fest.
1.57
1.00
Abb. 4: u-Linie und v-Linie als Gitter auf der Fläche.
Definition u-Linie / v-Linie
Raumkurven ur(u,v0)u \mapsto \vec{r}(u, v_0) bzw. vr(u0,v)v \mapsto \vec{r}(u_0, v) auf der Fläche SS.
Merke Gitterstruktur
Ein rechteckiges Gitter in BB wird durch r\vec{r} auf ein Netz von u- und v-Linien auf SS abgebildet.
Prüfungstipp An den Polen v=0,πv = 0, \pi der Kugel entartet die u-Linie zu einem Punkt. Das ist eine singuläre Stelle der Parametrisierung.

2.2 Tangentialvektoren

Die partiellen Ableitungen ru=r/u\vec{r}_u = \partial \vec{r}/\partial u und rv=r/v\vec{r}_v = \partial \vec{r}/\partial v sind genau die Geschwindigkeitsvektoren beim Durchlaufen der u- bzw. v-Linie. Damit liegen sie tangential zur Fläche im Punkt r(u,v)\vec{r}(u, v). Sie sind die mehrdimensionale Verallgemeinerung der Tangente an eine Kurve und werden im Folgenden die zentrale Rolle spielen.

Berechnet werden ru\vec{r}_u und rv\vec{r}_v komponentenweise: jede der drei Koordinatenfunktionen x(u,v)x(u, v), y(u,v)y(u, v), z(u,v)z(u, v) wird einmal partiell nach uu bzw. vv abgeleitet. Anschliessend lassen sich beide Vektoren als Spalten der Jacobi-Matrix Dr=(rurv)D\vec{r} = (\vec{r}_u \,|\, \vec{r}_v) identifizieren, was die Brücke zur allgemeinen Theorie aus Section 1.1 schliesst.

Beispiel Kugel. Mit r(u,v)=R(sinvcosu,sinvsinu,cosv)\vec{r}(u, v) = R(\sin v\cos u, \sin v\sin u, \cos v)^\top erhält man durch komponentenweises Ableiten zwei klar interpretierbare Tangentialvektoren: ru\vec{r}_u zeigt entlang des Breitenkreises (in Längenrichtung), rv\vec{r}_v entlang des Meridians (in Polrichtung). Diese Vektoren bereiten die Oberflächenintegrationsrechnung in Section 4.4 vor.

Tangentialvektor in u-Richtung
ru(u,v)  =  ru(u,v)  =  (x/uy/uz/u)\vec{r}_u(u, v) \;=\; \frac{\partial \vec{r}}{\partial u}(u, v) \;=\; \begin{pmatrix} \partial x / \partial u \\ \partial y / \partial u \\ \partial z / \partial u \end{pmatrix}
Geschwindigkeitsvektor entlang der u-Linie bei festem vv.
Tangentialvektor in v-Richtung
rv(u,v)  =  rv(u,v)  =  (x/vy/vz/v)\vec{r}_v(u, v) \;=\; \frac{\partial \vec{r}}{\partial v}(u, v) \;=\; \begin{pmatrix} \partial x / \partial v \\ \partial y / \partial v \\ \partial z / \partial v \end{pmatrix}
Geschwindigkeitsvektor entlang der v-Linie bei festem uu.
Spalten der Jacobi-Matrix
Dr(u,v)  =  (ru(u,v)    rv(u,v))D\vec{r}(u, v) \;=\; \bigl(\, \vec{r}_u(u, v) \;\big|\; \vec{r}_v(u, v) \,\bigr)
Tangentialvektoren sind die Spalten der 3×23 \times 2-Jacobi-Matrix der Parametrisierung.
Definition Tangentialvektoren
ru,rv\vec{r}_u, \vec{r}_v: partielle Ableitungen der Parametrisierung. Geschwindigkeitsvektoren entlang der Parameterlinien.
Merke Spalten von DrD\vec{r}
Dr=(rurv)R3×2D\vec{r} = (\vec{r}_u \,|\, \vec{r}_v) \in \mathbb{R}^{3 \times 2}. Tangentialvektoren bilden die Spalten der Jacobi-Matrix.
Merke Geometrische Lesart
ru|\vec{r}_u| ist die Geschwindigkeit, mit der ein Punkt entlang der u-Linie wandert, wenn uu mit Einheitsrate variiert wird.

2.3 Tangentialebene und reguläre Parametrisierung

Die Tangentialebene TpST_pS an die Fläche SS in einem Punkt p=r(u0,v0)p = \vec{r}(u_0, v_0) ist die affine Ebene, die von den Tangentialvektoren ru(u0,v0)\vec{r}_u(u_0, v_0) und rv(u0,v0)\vec{r}_v(u_0, v_0) aufgespannt wird, mit Aufhängepunkt pp. Sie ist die beste lineare Approximation der Fläche bei pp und das mehrdimensionale Pendant zur Tangente an eine Kurve. Lokal kann man die Fläche durch die Tangentialebene ersetzen, ohne die Geometrie erster Ordnung zu verlieren.

Damit die Tangentialebene überhaupt wohldefiniert ist, müssen ru\vec{r}_u und rv\vec{r}_v linear unabhängig sein; sonst spannen sie nur eine Gerade oder nichts. Genau das fordert die reguläre Parametrisierung: ru×rv0\vec{r}_u \times \vec{r}_v \neq \vec{0} überall in BB. Punkte, an denen das versagt, heissen singulär. Standardbeispiele sind die Pole der Kugel-Standardparametrisierung (dort entartet die u-Linie zu einem Punkt) und die Spitze des Kegels (alle Mantellinien laufen zusammen).

Brücke zur impliziten Form. Wird die Fläche als Niveaumenge {F=0}\{F = 0\} einer differenzierbaren Funktion F:R3RF: \mathbb{R}^3 \to \mathbb{R} beschrieben, so ist der Gradient F\nabla F überall ein Normalenvektor. Das implizite Funktionentheorem garantiert: an Stellen mit F0\nabla F \neq \vec{0} kann man SS lokal als Graphen einer Funktion z=f(x,y)z = f(x, y) schreiben (oder xx bzw. yy als abhängige Variable, je nachdem, welche Komponente von F\nabla F nicht verschwindet).

Konsequenz: ist die Niveaufläche an einem Punkt regulär (F0\nabla F \neq \vec{0}), kann man sie dort auch parametrisieren, und die so gewonnene lokale Parametrisierung ist regulär (ru×rv0\vec{r}_u \times \vec{r}_v \neq \vec{0}). Die drei Begriffe regulär parametrisiert, regulär implizit, regulär explizit decken sich also an glatten Punkten.

Tangentialebene
TpS  =  r(u0,v0)+span ⁣(ru(u0,v0),rv(u0,v0))T_p S \;=\; \vec{r}(u_0, v_0) + \operatorname{span}\!\bigl(\,\vec{r}_u(u_0, v_0),\, \vec{r}_v(u_0, v_0)\,\bigr)
Affine 2D-Ebene durch p=r(u0,v0)p = \vec{r}(u_0, v_0), aufgespannt von den Tangentialvektoren am Punkt.
Reguläre Parametrisierung
ru(u,v)×rv(u,v)    0fu¨r alle (u,v)B\vec{r}_u(u, v) \,\times\, \vec{r}_v(u, v) \;\neq\; \vec{0} \qquad \text{für alle } (u, v) \in B
Äquivalent: ru,rv\vec{r}_u, \vec{r}_v sind linear unabhängig in jedem Punkt von BB.
Brücke zur impliziten Form
S={F=0},    F(p)0F(p)    TpSS = \{F = 0\}, \;\; \nabla F(p) \neq \vec{0} \quad\Longrightarrow\quad \nabla F(p) \;\perp\; T_p S
Der Gradient der definierenden Funktion steht überall senkrecht auf der Niveaufläche. Das implizite Funktionentheorem liefert daraus eine lokale Parametrisierung.
1.00
1.20
Abb. 5: Tangentialebene mit Spannvektoren.
Definition Tangentialebene
TpS=p+span(ru,rv)T_p S = p + \operatorname{span}(\vec{r}_u, \vec{r}_v). Beste lineare Approximation der Fläche bei pp.
Definition Reguläre Parametrisierung
ru×rv0\vec{r}_u \times \vec{r}_v \neq \vec{0} überall in BB. Garantiert die Wohldefiniertheit von TpST_p S und n\vec{n}.
Merke Implizite-Funktionen-Brücke
An regulären Punkten der impliziten Darstellung lässt sich die Fläche lokal als Graph schreiben und damit auch parametrisieren.

2.4 Tangentenfläche zu einer Raumkurve

Aus einer differenzierbaren Raumkurve KK mit Parametrisierung s(u)\vec{s}(u) konstruieren wir eine Fläche, indem wir an jeden Kurvenpunkt die Tangente anhängen und den Tangentenparameter vv frei laufen lassen. So entsteht eine zweidimensionale Fläche im Raum, die die Kurve enthält und überall die Geschwindigkeitsrichtung der Kurve fortsetzt. Diese Konstruktion heisst Tangentenfläche der Raumkurve.

Formal lautet die Definition r(u,v)=s(u)+vs˙(u)\vec{r}(u, v) = \vec{s}(u) + v\,\dot{\vec{s}}(u). Die Bedeutung der Parameterlinien ist anschaulich: bei v=0v = 0 läuft die u-Linie genau die Ausgangskurve KK ab, weil r(u,0)=s(u)\vec{r}(u, 0) = \vec{s}(u). Bei festem u=u0u = u_0 ist die v-Linie die Tangente s(u0)+vs˙(u0)\vec{s}(u_0) + v\,\dot{\vec{s}}(u_0) an die Kurve im Punkt s(u0)\vec{s}(u_0). Die ganze Tangentenfläche besteht also aus allen Tangenten an KK, ausgespannt zu einer Fläche.

Anwendung in der Mechanik. Ist s(u)\vec{s}(u) die Bahn eines Teilchens und uu die Zeit, so ist die Tangentenfläche der "kinematisch erreichbare" Raum unter Annahme der momentanen Geschwindigkeit. Anwendung in der Differentialgeometrie. Tangentenflächen sind ein Standardbeispiel für abwickelbare Flächen, also Flächen mit verschwindender Gauss-Krümmung; sie lassen sich ohne Verzerrung in die Ebene ausrollen.

Tangentenfläche
r(u,v)  =  s(u)+vs˙(u),(u,v)B\vec{r}(u, v) \;=\; \vec{s}(u) + v\,\dot{\vec{s}}(u), \qquad (u, v) \in B
s(u)\vec{s}(u) ist die Ausgangskurve, s˙(u)\dot{\vec{s}}(u) ihr Tangentenvektor; vv steuert die Position auf der Tangente.
Bedeutung der Parameterlinien
v=0    u-Linie=K,u=u0    v-Linie={s(u0)+vs˙(u0):vR}v = 0 \;\Rightarrow\; \text{u-Linie} = K, \qquad u = u_0 \;\Rightarrow\; \text{v-Linie} = \bigl\{\vec{s}(u_0) + v\,\dot{\vec{s}}(u_0) : v \in \mathbb{R}\bigr\}
Bei v=0v = 0 ist die u-Linie die Kurve selbst. Bei festem u0u_0 ist die v-Linie die Tangente an KK im Punkt s(u0)\vec{s}(u_0).
Definition Tangentenfläche
Fläche r(u,v)=s(u)+vs˙(u)\vec{r}(u, v) = \vec{s}(u) + v\,\dot{\vec{s}}(u) aus den Tangenten einer Raumkurve KK.
Merke Bedeutung der Parameter
uu liest die Kurve KK ab; vv läuft entlang der Tangente in jedem Kurvenpunkt.
Folgt Differentialgeometrie III: Abwickelbare Flächen (Gauss-Krümmung null)

2.5 Beispiel: Schraubenlinie und ihre Tangentenfläche

Wir wenden die Tangentenflächen-Konstruktion aus Section 2.4 auf die Schraubenlinie s(u)=(cosu,sinu,hu)\vec{s}(u) = (\cos u, \sin u, h\,u)^\top an. Die ersten beiden Ableitungen s˙,s¨\dot{\vec{s}}, \ddot{\vec{s}} nehmen wir gleich mit, weil sie in Section 3.4 für den NEV gebraucht werden.

Schraubenlinie und Tangentenfläche in 4 Schritten

  1. Schritt 1: Schraubenlinie aufschreiben
    Was ist das kompakteste Standardbeispiel für die Tangentenflächen-Konstruktion aus 2.4? Eine Helix mit Radius 11 um die z-Achse und Steigung hh. Pro Vollumdrehung (uu läuft um 2π2\pi) gewinnt sie die Höhe 2πh2\pi\,h.
    s(u)=(cosusinuhu),h>0\vec{s}(u) = \begin{pmatrix} \cos u \\ \sin u \\ h\,u \end{pmatrix}, \quad h > 0
  2. Schritt 2: Erste Ableitung
    Warum brauchen wir s˙\dot{\vec{s}}? In der Tangentenflächen-Formel r(u,v)=s(u)+vs˙(u)\vec{r}(u, v) = \vec{s}(u) + v\,\dot{\vec{s}}(u) ist s˙\dot{\vec{s}} exakt der zweite Spannvektor. Komponentenweise ableiten: sinucosu\sin u \to \cos u und so weiter.
    Auffällig: konstante Norm s˙=1+h2|\dot{\vec{s}}| = \sqrt{1 + h^2}, also ist uu bis auf den Faktor 1+h2\sqrt{1 + h^2} ein Bogenlängenparameter.
    s˙(u)=(sinucosuh)\dot{\vec{s}}(u) = \begin{pmatrix} -\sin u \\ \cos u \\ h \end{pmatrix}
  3. Schritt 3: Zweite Ableitung
    Warum gleich auch s¨\ddot{\vec{s}}? In Section 3.3 zeigt sich, dass der NEV einer Tangentenfläche von s¨×s˙\ddot{\vec{s}} \times \dot{\vec{s}} abhängt. Die Beschleunigung jetzt schon mitnehmen erspart uns dort eine separate Rechnung.
    s¨\ddot{\vec{s}} liegt in der xy-Ebene und zeigt zum Zentrum des Zylinders: s¨=(cosu,sinu,0)\ddot{\vec{s}} = -(\cos u, \sin u, 0)^\top.
    s¨(u)=(cosusinu0)\ddot{\vec{s}}(u) = \begin{pmatrix} -\cos u \\ -\sin u \\ 0 \end{pmatrix}
  4. Schritt 4: Tangentenfläche zusammensetzen
    Wie sieht die Tangentenfläche konkret aus? Einsetzen von s,s˙\vec{s}, \dot{\vec{s}} in r(u,v)=s(u)+vs˙(u)\vec{r}(u, v) = \vec{s}(u) + v\,\dot{\vec{s}}(u). Komponentenweise.
    Achtung: das ist nicht die Schraubenfläche aus 1.5. Das Helikoid r(u,v)=(vcosu,vsinu,hu)\vec{r}(u, v) = (v\cos u, v\sin u, h\,u)^\top und die Tangentenfläche der Schraubenlinie sind verschiedene 2D-Flächen.
    r(u,v)=(cosuvsinusinu+vcosuhu+vh)\vec{r}(u, v) = \begin{pmatrix} \cos u - v\,\sin u \\ \sin u + v\,\cos u \\ h\,u + v\,h \end{pmatrix}
1.0
0.4
Abb. 6: Tangentenfläche zur Schraubenlinie.
Definition Schraubenlinie (Helix)
s(u)=(cosu,sinu,hu)\vec{s}(u) = (\cos u, \sin u, h\,u)^\top mit h>0h > 0. Standard-Raumkurve mit konstanter Steigung.
Merke Drei verschiedene Flächen
Schraubenlinie: 1D-Kurve aus 2.5. Schraubenfläche (Helikoid): 2D-Fläche aus 1.5. Tangentenfläche der Schraubenlinie: 2D-Fläche aus 2.5, vom Helikoid verschieden.
Prüfungstipp Bogenlänge der Schraubenlinie: s˙(u)=1+h2|\dot{\vec{s}}(u)| = \sqrt{1 + h^2} ist konstant. Damit ist uu bis auf den Faktor 1+h2\sqrt{1 + h^2} ein Bogenlängenparameter.

3.1 Definition und Konstruktion

Für die Berechnung von Oberflächenintegralen, insbesondere des Flusses eines Vektorfelds durch eine Fläche, brauchen wir an jeder Stelle der Fläche einen ausgezeichneten Vektor, der senkrecht auf der Fläche steht und Einheitslänge hat: den Normaleneinheitsvektor (NEV). Die Tangentialvektoren ru,rv\vec{r}_u, \vec{r}_v liefern uns die Tangentialebene; das Kreuzprodukt ru×rv\vec{r}_u \times \vec{r}_v steht algebraisch senkrecht auf beiden Vektoren und damit auf der ganzen Tangentialebene.

Normalisieren liefert Einheitslänge: n=±(ru×rv)/ru×rv\vec{n} = \pm(\vec{r}_u \times \vec{r}_v)/|\vec{r}_u \times \vec{r}_v|. Das Vorzeichen ±\pm bleibt frei, weil eine Fläche im Raum zwei Seiten hat und die Mathematik ohne weitere Information nicht weiss, welche gemeint ist. Die Anwendung (Flussrichtung, Aussennormale, Stokes-Konvention) wählt das Vorzeichen.

Charakterisierung der Tangentialebene. Der NEV ist (bis aufs Vorzeichen) der eindeutige Einheitsvektor, der senkrecht auf TpST_p S steht. Diese koordinatenfreie Lesart macht klar: n\vec{n} hängt nur von der Fläche SS am Punkt pp ab, nicht von der speziell gewählten Parametrisierung (siehe Section 3.2 für den Beweis).

Tangentialvektoren
ru  =  ru,rv  =  rv\vec{r}_u \;=\; \frac{\partial \vec{r}}{\partial u}, \qquad \vec{r}_v \;=\; \frac{\partial \vec{r}}{\partial v}
Erinnerung aus Section 2.2. Spannen die Tangentialebene auf und sind die Spalten von DrD\vec{r}.
Normaleneinheitsvektor (NEV)
n(u,v)  =  ±ru(u,v)×rv(u,v)ru(u,v)×rv(u,v)\vec{n}(u, v) \;=\; \pm\,\frac{\vec{r}_u(u, v) \times \vec{r}_v(u, v)}{|\vec{r}_u(u, v) \times \vec{r}_v(u, v)|}
Voraussetzung: reguläre Parametrisierung, also ru×rv0\vec{r}_u \times \vec{r}_v \neq \vec{0}. Vorzeichen je nach Anwendung.
Charakterisierung
n    TpS,n  =  1\vec{n} \;\perp\; T_p S, \qquad |\vec{n}| \;=\; 1
Eindeutiger Einheitsvektor senkrecht auf der Tangentialebene, bis aufs Vorzeichen.
1.00
12
Abb. 7: Normaleneinheitsvektor mit Probe-Punkt.
Definition Normaleneinheitsvektor (NEV)
n=±(ru×rv)/ru×rv\vec{n} = \pm(\vec{r}_u \times \vec{r}_v)/|\vec{r}_u \times \vec{r}_v|. Senkrecht auf der Fläche, Einheitslänge, Vorzeichen frei.
Formel NEV-Hauptformel
n=±ru×rvru×rv\vec{n} = \pm\frac{\vec{r}_u \times \vec{r}_v}{|\vec{r}_u \times \vec{r}_v|}
Voraussetzung: ru×rv0\vec{r}_u \times \vec{r}_v \neq \vec{0} (reguläre Parametrisierung).
Merke Beziehung zur Tangentialebene
n\vec{n} ist (bis aufs Vorzeichen) der eindeutige Einheitsvektor mit nTpS\vec{n} \perp T_p S. Koordinatenfreie Charakterisierung.

3.2 Eigenschaften

Eindeutigkeit bis aufs Vorzeichen. Bei einer fixen regulären Parametrisierung ist der NEV bis auf das Vorzeichen eindeutig. Das Vorzeichen ist nicht durch die Mathematik festgelegt, sondern durch die Anwendung: Aussennormale bei geschlossenen Flächen, Konvention zum Rand bei berandeten Flächen, Rechte-Hand-Regel bei Stokes.

Parametrisierungsunabhängigkeit. Wechselt man die Parametrisierung über einen Diffeomorphismus φ:BB\varphi: B' \to B, (u,v)(u,v)(u', v') \mapsto (u, v), ändert sich das Kreuzprodukt der Tangentialvektoren um den Faktor detJφ\det J_\varphi. Beim Normalisieren kürzt sich der Betrag detJφ|\det J_\varphi|, übrig bleibt nur das Vorzeichen sgn(detJφ)\operatorname{sgn}(\det J_\varphi). Richtung und Betrag von n\vec{n} bleiben damit erhalten; bei Reparametrisierung mit detJφ<0\det J_\varphi < 0 kippt nur das Vorzeichen.

Vorzeichenwahl in Anwendungen. Bei geschlossenen Flächen (Kugel, Torus) wählt man üblicherweise die Aussennormale. Bei berandeten Flächen wählt man die Seite, in deren Richtung der Fluss berechnet werden soll. Beim Satz von Stokes muss der NEV zur Orientierung des Randes passen: läuft der Rand im Gegenuhrzeigersinn (bei Blick von der NEV-Seite), gehört dazu der ausgewählte n\vec{n} (Rechte-Hand-Regel).

Verhalten unter Reparametrisierung
r~u×r~v  =  det(Jφ)(ru×rv)φ\tilde{\vec{r}}_{u'} \,\times\, \tilde{\vec{r}}_{v'} \;=\; \det(J_\varphi)\,(\vec{r}_u \,\times\, \vec{r}_v) \circ \varphi
Mit r~=rφ\tilde{\vec{r}} = \vec{r} \circ \varphi und JφJ_\varphi der Jacobi-Matrix von φ\varphi. Beim Normalisieren kürzt sich detJφ|\det J_\varphi| heraus, das Vorzeichen sgn(detJφ)\operatorname{sgn}(\det J_\varphi) bleibt.
Merke Eindeutigkeit bis aufs Vorzeichen
Mathematik gibt nur die Achse, nicht die Richtung. Anwendung wählt das Vorzeichen.
Merke Parametrisierungsunabhängigkeit
Richtung und Betrag von n\vec{n} hängen nur von der Fläche selbst ab, nicht von der gewählten Parametrisierung.
Prüfungstipp Geschlossene Flächen: Aussennormale. Stokes: Rechte-Hand-Regel mit Randorientierung. Fluss: Richtung der Strömung.
Folgt Kap. VI.8 Stokes (Rechte-Hand-Regel)

3.3 Beispiel: NEV der Tangentenfläche

Wir berechnen den NEV der Tangentenfläche r(u,v)=s(u)+vs˙(u)\vec{r}(u, v) = \vec{s}(u) + v\,\dot{\vec{s}}(u) aus Section 2.4 für eine beliebige Raumkurve s(u)\vec{s}(u). Das Resultat ist auffällig kompakt und hängt nicht von vv ab.

NEV der Tangentenfläche in 3 Schritten

  1. Schritt 1: Partielle Ableitungen
    Wie sehen die Tangentialvektoren einer Tangentenfläche aus? Produktregel auf r(u,v)=s(u)+vs˙(u)\vec{r}(u, v) = \vec{s}(u) + v\,\dot{\vec{s}}(u): in uu liefern beide Summanden einen Beitrag, in vv nur der vv-lineare Term.
    ru\vec{r}_u ist die Summe aus dem Tangentenvektor s˙\dot{\vec{s}} und der mit vv skalierten Beschleunigung s¨\ddot{\vec{s}}. rv\vec{r}_v ist einfach s˙\dot{\vec{s}}, weil der vv-lineare Anteil als Koeffizient herausfällt.
    ru(u,v)=s˙(u)+vs¨(u),rv(u,v)=s˙(u)\vec{r}_u(u, v) = \dot{\vec{s}}(u) + v\,\ddot{\vec{s}}(u), \qquad \vec{r}_v(u, v) = \dot{\vec{s}}(u)
  2. Schritt 2: Kreuzprodukt mit s˙×s˙=0\dot{\vec{s}} \times \dot{\vec{s}} = \vec{0}
    Was kürzt sich? Im distributiv ausmultiplizierten Kreuzprodukt entsteht s˙×s˙\dot{\vec{s}} \times \dot{\vec{s}}, was null ist (Kreuzprodukt eines Vektors mit sich selbst). Übrig bleibt nur der vv-lineare Term mit der Beschleunigung.
    ru×rv=v(s¨(u)×s˙(u))\vec{r}_u \times \vec{r}_v = v\,\bigl(\ddot{\vec{s}}(u) \times \dot{\vec{s}}(u)\bigr)
  3. Schritt 3: NEV und v-Unabhängigkeit
    Was passiert mit dem Faktor vv beim Normieren? Er kürzt sich (bis aufs Vorzeichen v/v=±1v/|v| = \pm 1, das ohnehin in der NEV-Vorzeichenwahl steckt). Konsequenz: der NEV hängt nicht von vv ab und ist konstant entlang jeder Tangente an s\vec{s}.
    Genau diese Eigenschaft macht die Tangentenfläche zur abwickelbaren Fläche (Gauss-Krümmung null).
    n(u,v)=±s¨(u)×s˙(u)s¨(u)×s˙(u)\vec{n}(u, v) = \pm\,\frac{\ddot{\vec{s}}(u) \times \dot{\vec{s}}(u)}{|\ddot{\vec{s}}(u) \times \dot{\vec{s}}(u)|}
Merke v-Unabhängigkeit
n\vec{n} ist konstant entlang jeder Tangente an die Ausgangskurve s\vec{s}. Pendant-Aussage zu "abwickelbar".
Prüfungstipp Das Verschwinden von s˙×s˙\dot{\vec{s}} \times \dot{\vec{s}} (Kreuzprodukt eines Vektors mit sich selbst) ist der Schlüssel zur Vereinfachung.

3.4 Beispiel: NEV der Schraubenfläche

Wir wenden die allgemeine Tangentenflächen-Formel aus Section 3.3 auf die konkrete Schraubenlinie s(u)=(cosu,sinu,hu)\vec{s}(u) = (\cos u, \sin u, h\,u)^\top aus Section 2.5 an.

NEV der Schraubenfläche in 4 Schritten

  1. Schritt 1: Vorarbeit aus 3.3 wiederverwenden
    Was sparen wir? Das Resultat aus 3.3 ist ns¨×s˙\vec{n} \propto \ddot{\vec{s}} \times \dot{\vec{s}}. Statt einer neuen Setup-Rechnung holen wir s˙\dot{\vec{s}} und s¨\ddot{\vec{s}} aus 2.5 und setzen direkt ein.
    Aus 2.5: s˙(u)=(sinu,cosu,h)\dot{\vec{s}}(u) = (-\sin u, \cos u, h)^\top und s¨(u)=(cosu,sinu,0)\ddot{\vec{s}}(u) = (-\cos u, -\sin u, 0)^\top. Das ist alles, was wir brauchen.
    s˙(u)=(sinucosuh),s¨(u)=(cosusinu0)\dot{\vec{s}}(u) = \begin{pmatrix} -\sin u \\ \cos u \\ h \end{pmatrix}, \qquad \ddot{\vec{s}}(u) = \begin{pmatrix} -\cos u \\ -\sin u \\ 0 \end{pmatrix}
  2. Schritt 2: Kreuzprodukt s¨×s˙\ddot{\vec{s}} \times \dot{\vec{s}} in Komponenten
    Wo kommt die elegante z-Komponente 1-1 her? Aus cos2usin2u=1-\cos^2 u - \sin^2 u = -1 via Pythagoras. Die x- und y-Komponenten (hsinu-h\sin u und hcosuh\cos u) hängen weiter von uu ab, sind aber zusammen rotationssymmetrisch.
    s¨(u)×s˙(u)=(hsinuhcosu1)\ddot{\vec{s}}(u) \times \dot{\vec{s}}(u) = \begin{pmatrix} -h\,\sin u \\ h\,\cos u \\ -1 \end{pmatrix}
  3. Schritt 3: Norm berechnen
    Hängt die Norm von uu ab? Quadrieren der Komponenten und Aufsummieren liefert h2sin2u+h2cos2u+1=h2+1h^2\sin^2 u + h^2\cos^2 u + 1 = h^2 + 1 via Pythagoras. Die uu-Abhängigkeit verschwindet, die Norm ist konstant.
    s¨(u)×s˙(u)=h2sin2u+h2cos2u+1=h2+1|\ddot{\vec{s}}(u) \times \dot{\vec{s}}(u)| = \sqrt{h^2\sin^2 u + h^2\cos^2 u + 1} = \sqrt{h^2 + 1}
  4. Schritt 4: NEV explizit und Böschungs-Beobachtung
    Was fällt am Resultat auf? Die z-Komponente des NEV ist 1/h2+1\mp 1/\sqrt{h^2 + 1}, also konstant über die ganze Fläche. Geometrisch: die Tangentenfläche der Schraubenlinie ist überall gleich gegen die xy-Ebene geneigt. Genau das ist die definierende Eigenschaft einer Böschungsfläche (siehe Section 3.5).
    n(u,v)=±1h2+1(hsinuhcosu1)\vec{n}(u, v) = \pm\,\frac{1}{\sqrt{h^2 + 1}}\,\begin{pmatrix} -h\,\sin u \\ h\,\cos u \\ -1 \end{pmatrix}
Merke Konstante Steilheit
z-Komponente von n\vec{n} konstant gleich 1/h2+1\mp 1/\sqrt{h^2+1}. Definiert die Fläche als Böschungsfläche.
Prüfungstipp Erst s˙,s¨\dot{\vec{s}}, \ddot{\vec{s}} aus Section 2.5 holen, dann das Kreuzprodukt komponentenweise. Die trigonometrischen Vereinfachungen kommen am Ende.

3.5 Böschungsflächen

Eine Fläche heisst Böschungsfläche, wenn die z-Komponente ihres Normaleneinheitsvektors überall konstant ist. Anschaulich entspricht das einem Hang oder einer Böschung mit überall gleicher Neigung gegen die Horizontale: ein gerader Erdwall an einer Strasse, eine Skipiste mit konstantem Gefälle, oder eben die Tangentenfläche einer Schraubenlinie aus Section 3.4.

Triviale Beispiele sind Ebenen mit c30c_3 \neq 0 (der NEV ist konstant, also ist auch seine z-Komponente konstant). Nicht-trivial wird es bei Tangentenflächen zu Kurven mit konstanter Steigung: jede solche Tangentenfläche ist Böschungsfläche, was die enge Verbindung zur abwickelbaren Geometrie aus Section 2.4 sichtbar macht.

Charakterisierung der Böschungsfläche
n(u,v)e^z  =  constfu¨r alle (u,v)B\vec{n}(u, v) \,\cdot\, \hat{\vec{e}}_z \;=\; \text{const} \qquad \text{für alle } (u, v) \in B
e^z=(0,0,1)\hat{\vec{e}}_z = (0, 0, 1)^\top. Die Bedingung sagt: die z-Komponente des NEV ist überall gleich, d. h. die Fläche ist überall gleich gegen die xy-Ebene geneigt.
Definition Böschungsfläche
Fläche mit ne^z=const\vec{n} \cdot \hat{\vec{e}}_z = \text{const}. Konstanter Neigungswinkel gegen die xy-Ebene.
Prüfungstipp Standard-Beispiele: Ebene mit c30c_3 \neq 0, Tangentenfläche der Schraubenlinie, allgemein Tangentenflächen zu Kurven mit konstanter Steigung.

4.1 Erste Fundamentalform

Bei der Berechnung der Bogenlänge einer Kurve auf der Fläche tauchen drei zentrale Skalarprodukte der Tangentialvektoren ru,rv\vec{r}_u, \vec{r}_v auf: E=ruruE = \vec{r}_u \cdot \vec{r}_u, F=rurvF = \vec{r}_u \cdot \vec{r}_v und G=rvrvG = \vec{r}_v \cdot \vec{r}_v. Diese drei skalaren Funktionen heissen die ersten Fundamentalkoeffizienten; zusammen tragen sie den Namen erste Fundamentalform der Fläche.

Für eine differenzierbare Kurve tr(u(t),v(t))t \mapsto \vec{r}(u(t), v(t)) auf der Fläche liefert die Kettenregel den Geschwindigkeitsvektor ruu˙+rvv˙\vec{r}_u\,\dot u + \vec{r}_v\,\dot v. Die quadrierte Geschwindigkeit, also das Bogenlängen-Element, hat dann die Form ds2=Edu2+2Fdudv+Gdv2ds^2 = E\,du^2 + 2F\,du\,dv + G\,dv^2. Damit lassen sich Kurvenlängen, Winkel zwischen Kurven und (in Section 4.2) Flächeninhalte berechnen, ohne dass die ambiente Raumstruktur explizit gebraucht wird.

Bedeutung in der Differentialgeometrie. Die ersten Fundamentalkoeffizienten definieren die Riemannsche Metrik auf der Fläche. Es ist ein bemerkenswerter Satz von Gauss (Theorema Egregium), dass die Krümmung einer Fläche allein aus E,F,GE, F, G und ihren Ableitungen berechnet werden kann, also intrinsisch ohne Bezug zur Einbettung in den R3\mathbb{R}^3. Für unsere Zwecke (Oberflächenintegrale) reicht die spezielle Kombination EGF2EG - F^2, die in Section 4.2 zentral wird.

Erste Fundamentalkoeffizienten
E  =  ruru,F  =  rurv,G  =  rvrvE \;=\; \vec{r}_u \cdot \vec{r}_u, \qquad F \;=\; \vec{r}_u \cdot \vec{r}_v, \qquad G \;=\; \vec{r}_v \cdot \vec{r}_v
Drei skalare Funktionen auf BB. E,G0E, G \geq 0 stets, FF vorzeichenbehaftet (Skalarprodukt nicht orthogonaler Vektoren).
Bogenlängen-Element auf der Fläche
ds2  =  Edu2+2Fdudv+Gdv2ds^2 \;=\; E\,du^2 + 2F\,du\,dv + G\,dv^2
Quadrierte Geschwindigkeit einer Kurve tr(u(t),v(t))t \mapsto \vec{r}(u(t), v(t)). Liefert Bogenlängen, Winkel und Flächeninhalte.
Gram-Matrix
G(u,v)  =  (EFFG)  =  (Dr)DrG(u, v) \;=\; \begin{pmatrix} E & F \\ F & G \end{pmatrix} \;=\; (D\vec{r})^\top \, D\vec{r}
Matrix der ersten Fundamentalkoeffizienten. Symmetrisch, positiv semidefinit; positiv definit bei regulärer Parametrisierung.
Definition Erste Fundamentalform
Quadratische Form ds2=Edu2+2Fdudv+Gdv2ds^2 = E\,du^2 + 2F\,du\,dv + G\,dv^2 mit E=ruruE = \vec{r}_u \cdot \vec{r}_u, F=rurvF = \vec{r}_u \cdot \vec{r}_v, G=rvrvG = \vec{r}_v \cdot \vec{r}_v.
Definition Gram-Matrix
(EFFG)=(Dr)Dr\bigl(\begin{smallmatrix} E & F \\ F & G \end{smallmatrix}\bigr) = (D\vec{r})^\top D\vec{r}. Matrix der Skalarprodukte der Spalten von DrD\vec{r}.
Merke Intrinsische Geometrie
Längen, Winkel, Flächen und sogar die Gauss-Krümmung lassen sich rein aus E,F,GE, F, G berechnen.
Folgt Differentialgeometrie III: Theorema Egregium von Gauss

4.2 Oberflächenelement und Gram-Determinante

Wir leiten den infinitesimalen Flächeninhalt eines kleinen Stücks der Fläche geometrisch her. Ein winziges Stück um r(u,v)\vec{r}(u, v) wird durch das Parallelogramm aufgespannt von den Vektoren rudu\vec{r}_u\,du und rvdv\vec{r}_v\,dv approximiert. Der Flächeninhalt eines solchen Parallelogramms ist die Norm des Kreuzprodukts seiner Spannvektoren, also ru×rvdudv|\vec{r}_u \times \vec{r}_v|\,du\,dv.

Die Lagrange-Identität verbindet das Kreuzprodukt mit den Skalarprodukten und damit mit den ersten Fundamentalkoeffizienten: ru×rv2=ru2rv2(rurv)2=EGF2|\vec{r}_u \times \vec{r}_v|^2 = |\vec{r}_u|^2\,|\vec{r}_v|^2 - (\vec{r}_u \cdot \vec{r}_v)^2 = EG - F^2. Diese Grösse ist die Gram-Determinante; sie ist genau die Determinante der Gram-Matrix aus Section 4.1.

Konsequenz: das Oberflächenelement lässt sich auf zwei äquivalente Arten schreiben, dO=ru×rvdudv=EGF2dudvdO = |\vec{r}_u \times \vec{r}_v|\,du\,dv = \sqrt{EG - F^2}\,du\,dv. Die zweite Form ist für die Berechnung oft praktisch, weil Skalarprodukte einfacher als Kreuzprodukte zu berechnen sind. Bei rotationssymmetrischen oder achsenparallelen Parametrisierungen ist häufig F=0F = 0 (orthogonale Parametrisierung), und das Oberflächenelement vereinfacht sich zu EGdudv\sqrt{EG}\,du\,dv.

Lagrange-Identität
ru×rv2  =  ru2rv2(rurv)2  =  EGF2|\vec{r}_u \,\times\, \vec{r}_v|^2 \;=\; |\vec{r}_u|^2 \, |\vec{r}_v|^2 - (\vec{r}_u \cdot \vec{r}_v)^2 \;=\; EG - F^2
Algebraische Identität für das Kreuzprodukt im R3\mathbb{R}^3. Liefert die Brücke zwischen ru×rv|\vec{r}_u \times \vec{r}_v| und der Gram-Determinante.
Oberflächenelement
dO  =  ru×rvdudv  =  EGF2dudvdO \;=\; |\vec{r}_u \,\times\, \vec{r}_v|\,du\,dv \;=\; \sqrt{EG - F^2}\,du\,dv
Zwei Schreibweisen desselben infinitesimalen Flächeninhalts. Wahl je nach Rechenkomfort: Kreuzprodukt-Form oder Skalarprodukt-Form.
Spezialfall orthogonale Parametrisierung
F  =  0dO  =  EGdudvF \;=\; 0 \qquad\Longrightarrow\qquad dO \;=\; \sqrt{EG}\,du\,dv
Bei rurv\vec{r}_u \perp \vec{r}_v verschwindet FF. Standard für Kugel-, Zylinder-, Polar-Parametrisierungen.
1.00
1.20
0.40
0.30
Abb. 8: Infinitesimaler Flächeninhalt als Parallelogramm der Spannvektoren.
Formel Oberflächenelement
dO=EGF2dudvdO = \sqrt{EG - F^2}\,du\,dv
Schlüsselformel für den Oberflächeninhalt. Rein aus E,F,GE, F, G berechenbar.
Merke Lagrange-Identität
ru×rv2=EGF2|\vec{r}_u \times \vec{r}_v|^2 = EG - F^2. Brücke vom Kreuzprodukt zur Gram-Determinante.
Prüfungstipp Kugel-, Zylinder-, Polarkoordinaten sind orthogonale Parametrisierungen (F=0F = 0). dOdO vereinfacht sich zu EGdudv\sqrt{EG}\,du\,dv.

4.3 Satz Oberflächeninhalt und Brücke zur Jacobi-Substitution

Der Oberflächeninhalt einer Fläche SS mit regulärer Parametrisierung r:BS\vec{r}: B \to S ist das Integral des Oberflächenelements über den Parameterbereich. Die formale Definition lautet O=SdO=Bru×rvdudvO = \iint_S\,dO = \iint_B |\vec{r}_u \times \vec{r}_v|\,du\,dv. Alle Beispiele und konkreten Rechnungen in den Sections 4.4 bis 4.6 fliessen aus dieser einen Formel.

Parametrisierungsinvarianz (Beweis-Skizze). Wechseln wir die Parametrisierung von r:BS\vec{r}: B \to S zu r~:BS\tilde{\vec{r}}: B' \to S über einen Diffeomorphismus φ:BB\varphi: B' \to B, r~=rφ\tilde{\vec{r}} = \vec{r} \circ \varphi. Die Kettenregel liefert r~u×r~v=det(Jφ)(ru×rv)φ\tilde{\vec{r}}_{u'} \times \tilde{\vec{r}}_{v'} = \det(J_\varphi)\,(\vec{r}_u \times \vec{r}_v) \circ \varphi. Die mehrdimensionale Substitutionsregel sagt dudv=det(Jφ)dudvdu\,dv = |\det(J_\varphi)|\,du'\,dv'. Beim Einsetzen in das Integral kürzen sich die Beträge detJφ|\det J_\varphi| und detJφ1|\det J_\varphi|^{-1} heraus, und die Integration über BB' liefert dasselbe Resultat wie die Integration über BB.

Konsequenz. Der Oberflächeninhalt ist eine Eigenschaft der Fläche SS selbst, unabhängig von der Wahl der Parametrisierung. Das ist die direkte Verallgemeinerung der Substitutionsregel aus Analysis I/II auf den Fall R2R3\mathbb{R}^2 \to \mathbb{R}^3. Die Rolle der Jacobi-Determinante übernimmt ru×rv|\vec{r}_u \times \vec{r}_v|, weil die Jacobi-Matrix nicht quadratisch ist (vgl. Section 1.1).

Oberflächeninhalt
O  =  SdOO \;=\; \iint_S \,dO
Definition als Integral des Oberflächenelements über die Fläche.
Berechnung über Parametrisierung
O  =  Bru(u,v)×rv(u,v)dudvO \;=\; \iint_B |\vec{r}_u(u, v) \,\times\, \vec{r}_v(u, v)|\,du\,dv
Konkrete Formel zur Auswertung. Stelle Tangentialvektoren auf, bilde Kreuzprodukt, integriere die Norm über BB.
Reparametrisierungs-Identität
r~u×r~v  =  det(Jφ)(ru×rv)φ\tilde{\vec{r}}_{u'} \,\times\, \tilde{\vec{r}}_{v'} \;=\; \det(J_\varphi)\,(\vec{r}_u \,\times\, \vec{r}_v) \circ \varphi
Kettenregel angewendet auf r~=rφ\tilde{\vec{r}} = \vec{r} \circ \varphi. Der Faktor detJφ\det J_\varphi kürzt sich beim Einsetzen in das Integral mit dem Substitutions-Jacobi.
Parametrisierungsinvarianz
Bru×rvdudv  =  Br~u×r~vdudv\iint_B |\vec{r}_u \,\times\, \vec{r}_v|\,du\,dv \;=\; \iint_{B'} |\tilde{\vec{r}}_{u'} \,\times\, \tilde{\vec{r}}_{v'}|\,du'\,dv'
Beide Integrale liefern dasselbe Resultat. Der Oberflächeninhalt ist eine Eigenschaft der Fläche, nicht der Parametrisierung.
Formel Oberflächeninhalt-Satz
O=Bru×rvdudvO = \iint_B |\vec{r}_u \times \vec{r}_v|\,du\,dv
Schlüsselformel des Kapitels. Alle Beispielsrechnungen folgen daraus.
Merke Parametrisierungsinvarianz
Der Oberflächeninhalt hängt nur von der Fläche selbst ab, nicht von der Wahl der Parametrisierung.
Merke Brücke zur Substitutionsregel
Verallgemeinerung von dxdy=detJdudvdx\,dy = |\det J|\,du\,dv auf R2R3\mathbb{R}^2 \to \mathbb{R}^3. Statt detJ|\det J| tritt ru×rv|\vec{r}_u \times \vec{r}_v| auf.

4.4 Standard-Flächenelemente

Aus dem Hauptsatz folgen die wichtigsten Spezialfälle. Diese vier Standard-Flächenelemente decken den überwiegenden Teil aller Aufgaben ab und sind Auswendig-Material. Die Herleitung ist immer dieselbe Drei-Schritt-Rechnung: Tangentialvektoren ru,rv\vec{r}_u, \vec{r}_v aus der Parametrisierung ableiten, Kreuzprodukt bilden, Norm ausrechnen.

Kugel mit Radius RR in der Standardparametrisierung über Kugelkoordinaten (siehe Section 1.4). Die Rechnung in Section 4.5 zeigt ru×rv=R2sinv|\vec{r}_u \times \vec{r}_v| = R^2 \sin v. Damit dO=R2sinvdudvdO = R^2 \sin v\,du\,dv. Konsistent mit der Standard-Elemente-Tabelle aus Section 1.1, wenn man vv mit dem Polarwinkel θ\theta identifiziert.

Zylindermantel mit Radius RR parametrisiert durch r(φ,z)=(Rcosφ,Rsinφ,z)\vec{r}(\varphi, z) = (R\cos\varphi, R\sin\varphi, z)^\top liefert rφ=R(sinφ,cosφ,0)\vec{r}_\varphi = R\,(-\sin\varphi, \cos\varphi, 0)^\top, rz=(0,0,1)\vec{r}_z = (0, 0, 1)^\top und nach komponentenweiser Rechnung rφ×rz=R|\vec{r}_\varphi \times \vec{r}_z| = R. Damit dO=RdφdzdO = R\,d\varphi\,dz.

Graph einer Funktion z=f(x,y)z = f(x, y) parametrisiert durch r(x,y)=(x,y,f(x,y))\vec{r}(x, y) = (x, y, f(x, y))^\top liefert rx=(1,0,fx)\vec{r}_x = (1, 0, f_x)^\top, ry=(0,1,fy)\vec{r}_y = (0, 1, f_y)^\top und rx×ry=(fx,fy,1)\vec{r}_x \times \vec{r}_y = (-f_x, -f_y, 1)^\top. Die Norm ist 1+fx2+fy2\sqrt{1 + f_x^2 + f_y^2}, also dO=1+fx2+fy2dxdydO = \sqrt{1 + f_x^2 + f_y^2}\,dx\,dy.

Rotationsfläche um die z-Achse mit Profilkurve ρ=g(z)\rho = g(z), parametrisiert durch r(z,φ)=(g(z)cosφ,g(z)sinφ,z)\vec{r}(z, \varphi) = (g(z)\cos\varphi, g(z)\sin\varphi, z)^\top, liefert nach analoger Rechnung rz×rφ=g(z)1+g(z)2|\vec{r}_z \times \vec{r}_\varphi| = g(z)\sqrt{1 + g'(z)^2}. Damit dO=g(z)1+g(z)2dzdφdO = g(z)\sqrt{1 + g'(z)^2}\,dz\,d\varphi.

Kugel-Flächenelement
dOKugel  =  R2sinvdudvdO_{\text{Kugel}} \;=\; R^2 \sin v\,du\,dv
Standard-Parametrisierung mit uu Azimut, vv Polarwinkel. Auf v[0,π]v \in [0, \pi] ist sinv0\sin v \geq 0.
Zylindermantel-Flächenelement
dOZyl  =  RdφdzdO_{\text{Zyl}} \;=\; R\,d\varphi\,dz
RR ist der Mantelradius. Faktor RR kommt aus dem Bogenlängen-Element des Breitenkreises.
Graph-Flächenelement
dOGraph  =  1+fx2+fy2dxdydO_{\text{Graph}} \;=\; \sqrt{1 + f_x^2 + f_y^2}\,dx\,dy
Für eine Höhenfunktion z=f(x,y)z = f(x, y). Wurzelfaktor misst die Streckung gegenüber der xy-Ebene.
Rotationsflächen-Flächenelement
dORot  =  g(z)1+g(z)2dzdφdO_{\text{Rot}} \;=\; g(z)\,\sqrt{1 + g'(z)^2}\,dz\,d\varphi
Profilkurve ρ=g(z)\rho = g(z), Rotation um die z-Achse. Faktor g(z)g(z) ist analog zum rr-Faktor in 2D-Polar.
Formel Kugel
dOKugel=R2sinvdudvdO_{\text{Kugel}} = R^2 \sin v\,du\,dv
Standard-Kugelparametrisierung.
Formel Zylindermantel
dOZyl=RdφdzdO_{\text{Zyl}} = R\,d\varphi\,dz
Mantel mit Radius RR.
Formel Graph
dOGraph=1+fx2+fy2dxdydO_{\text{Graph}} = \sqrt{1 + f_x^2 + f_y^2}\,dx\,dy
Graph einer Höhenfunktion z=f(x,y)z = f(x, y).
Merke Auswendig
Diese vier Formeln decken den überwiegenden Teil aller Aufgaben ab.
Prüfungstipp Wurzelfaktor bei Graph nicht vergessen. Faktor RR bzw. g(z)g(z) bei Zylinder bzw. Rotationsfläche nicht vergessen.

4.5 Beispiel: Kugel

Wir berechnen den Oberflächeninhalt einer Kugel mit Radius RR über die Standardparametrisierung in Kugelkoordinaten aus Section 1.4 (uu Azimut, vv Polarwinkel). Die Rechnung läuft in fünf Schritten: Parametrisierung wählen, Tangentialvektoren ableiten, Norm des Kreuzprodukts, Doppelintegral aufstellen, auswerten.

Lösungsweg in 5 Schritten

  1. Schritt 1: Parametrisierung wählen
    Welche Parametrisierung passt zur Geometrie? Die Kugel ist rotationssymmetrisch um den Ursprung; Kugelkoordinaten sind die natürliche Wahl. Damit liegen uu (Längengrad) und vv (Polarwinkel) fest.
    Parametrisierung mit u[0,2π]u \in [0, 2\pi] und v[0,π]v \in [0, \pi]:
    r(u,v)=R(sinvcosusinvsinucosv)\vec{r}(u, v) = R \begin{pmatrix} \sin v\,\cos u \\ \sin v\,\sin u \\ \cos v \end{pmatrix}
  2. Schritt 2: Tangentialvektoren berechnen
    Wir brauchen ru\vec{r}_u und rv\vec{r}_v, weil ihr Kreuzprodukt das Flächenelement liefert. Komponentenweise nach uu bzw. vv ableiten.
    Beachte: ru\vec{r}_u hat keine z-Komponente, weil cosv\cos v nicht von uu abhängt. rv\vec{r}_v hat eine sinv-\sin v-Komponente in zz, die später wichtig wird.
    ru=R(sinvsinusinvcosu0),rv=R(cosvcosucosvsinusinv)\vec{r}_u = R \begin{pmatrix} -\sin v\,\sin u \\ \sin v\,\cos u \\ 0 \end{pmatrix}, \quad \vec{r}_v = R \begin{pmatrix} \cos v\,\cos u \\ \cos v\,\sin u \\ -\sin v \end{pmatrix}
  3. Schritt 3: Norm des Kreuzprodukts
    Komponentenweises Kreuzprodukt liefert einen Vektor, dessen Norm wir als Integranden brauchen. Nach Vereinfachung mit cos2+sin2=1\cos^2 + \sin^2 = 1 bleibt ein erstaunlich einfacher Ausdruck übrig.
    Im Bereich v[0,π]v \in [0, \pi] ist sinv0\sin v \geq 0, also fallen die Betragsstriche weg.
    ru×rv=R2sinv|\vec{r}_u \times \vec{r}_v| = R^2 \sin v
  4. Schritt 4: Doppelintegral aufstellen
    Mit Norm und Parameterbereich liefert der Oberflächeninhalt-Satz das Doppelintegral. Die Reihenfolge ist beliebig, weil beide Grenzen konstant sind.
    Innen über vv, aussen über uu:
    O=02π ⁣0πR2sinvdvduO = \int_0^{2\pi}\!\int_0^{\pi} R^2 \sin v \,dv\,du
  5. Schritt 5: Auswerten
    Innere Integration liefert [cosv]0π=2[-\cos v]_0^{\pi} = 2. Äussere Integration liefert den Faktor 2π2\pi. Multiplikation mit R2R^2 gibt das klassische Resultat.
    O=R222π=4πR2O = R^2 \cdot 2 \cdot 2\pi = 4\pi R^2.
    O=4πR2O = 4\pi R^2
Formel Oberflächeninhalt der Kugel
O=4πR2O = 4\pi R^2
Klassisches Resultat. Folgt direkt aus der Standard-Parametrisierung.
Prüfungstipp sinv0\sin v \geq 0 auf [0,π][0, \pi]. Betragsstriche fallen weg. An den Polen (v=0,πv = 0, \pi) verschwindet der Integrand, was die Singularität der Parametrisierung unschädlich macht.

4.6 Beispiel: Kugelausschnitt über ρ=cos(φ/4)\rho = \cos(\varphi/4)

Aufgabe: bestimme den Oberflächeninhalt des Ausschnitts SS der oberen Einheitshalbkugel (x2+y2+z2=1x^2 + y^2 + z^2 = 1, z0z \geq 0), der über dem Bereich AA in der xy-Ebene liegt. AA ist berandet durch die Polarkurve ρ=cos(φ/4)\rho = \cos(\varphi/4) (mit φ[0,2π]\varphi \in [0, 2\pi]) und die positive x-Achse.

Lösungsweg in 6 Schritten

  1. Schritt 1: Welche Parametrisierung?
    Die Kurve ρ=cos(φ/4)\rho = \cos(\varphi/4) ist in Polarkoordinaten formuliert. Das ist ein starker Hinweis: nimm Polarkoordinaten in der xy-Ebene und hol die Höhe aus der impliziten Halbkugel-Gleichung.
    Mit z=1ρ2z = \sqrt{1 - \rho^2} aus x2+y2+z2=1x^2 + y^2 + z^2 = 1:
    r(ρ,φ)=(ρcosφρsinφ1ρ2),φ[0,2π],  ρ[0,cos(φ/4)]\vec{r}(\rho, \varphi) = \begin{pmatrix} \rho\,\cos\varphi \\ \rho\,\sin\varphi \\ \sqrt{1 - \rho^2} \end{pmatrix}, \quad \varphi \in [0, 2\pi],\; \rho \in [0, \cos(\varphi/4)]
  2. Schritt 2: Tangentialvektoren berechnen
    Wir brauchen rρ\vec{r}_\rho und rφ\vec{r}_\varphi. Komponentenweise ableiten. Achte auf die z-Komponente: 1ρ2\sqrt{1 - \rho^2} hängt nur von ρ\rho ab, also wird rφ\vec{r}_\varphi in zz null und rρ\vec{r}_\rho in zz ist ρ/1ρ2-\rho/\sqrt{1 - \rho^2}.
    Resultat in zwei Spaltenvektoren:
    rρ=(cosφsinφρ/1ρ2),rφ=(ρsinφρcosφ0)\vec{r}_\rho = \begin{pmatrix} \cos\varphi \\ \sin\varphi \\ -\rho/\sqrt{1-\rho^2} \end{pmatrix}, \quad \vec{r}_\varphi = \begin{pmatrix} -\rho\sin\varphi \\ \rho\cos\varphi \\ 0 \end{pmatrix}
  3. Schritt 3: Norm des Kreuzprodukts vereinfachen
    Hier passiert die elegante Vereinfachung. Beim Quadrieren und Aufaddieren der Komponenten verschwindet die φ\varphi-Abhängigkeit dank cos2φ+sin2φ=1\cos^2\varphi + \sin^2\varphi = 1.
    Wurzel ziehen liefert eine Funktion nur von ρ\rho:
    rρ×rφ=ρ1ρ2|\vec{r}_\rho \times \vec{r}_\varphi| = \frac{\rho}{\sqrt{1 - \rho^2}}
  4. Schritt 4: Doppelintegral aufstellen
    Norm in den Oberflächeninhalt-Satz einsetzen, Grenzen aus dem Parameterbereich abschreiben. Reihenfolge: innen ρ\rho (Grenze hängt von φ\varphi ab), aussen φ\varphi (feste Grenzen).
    Resultat:
    O=02π ⁣0cos(φ/4)ρ1ρ2dρdφO = \int_0^{2\pi} \!\int_0^{\cos(\varphi/4)} \frac{\rho}{\sqrt{1 - \rho^2}} \,d\rho\,d\varphi
  5. Schritt 5: Innere Integration
    Stammfunktion zu ρ/1ρ2\rho/\sqrt{1-\rho^2} ist 1ρ2-\sqrt{1-\rho^2} (Substitution u=1ρ2u = 1 - \rho^2, du=2ρdρdu = -2\rho\,d\rho). Auswertung an den Grenzen liefert die Differenz.
    Bei ρ=cos(φ/4)\rho = \cos(\varphi/4) ist 1cos2(φ/4)=sin(φ/4)=sin(φ/4)\sqrt{1 - \cos^2(\varphi/4)} = |\sin(\varphi/4)| = \sin(\varphi/4) (weil φ/4[0,π/2]\varphi/4 \in [0, \pi/2]). Bei ρ=0\rho = 0 ist 1=1\sqrt{1} = 1.
    [1ρ2]0cos(φ/4)=sin(φ/4)(1)=1sin(φ/4)\Big[-\sqrt{1 - \rho^2}\Big]_0^{\cos(\varphi/4)} = -\sin(\varphi/4) - (-1) = 1 - \sin(\varphi/4)
  6. Schritt 6: Äussere Integration
    Linearer Integrand, beide Teile elementar.
    02π1dφ=2π\int_0^{2\pi} 1\,d\varphi = 2\pi und 02πsin(φ/4)dφ=[4cos(φ/4)]02π=4(01)=4\int_0^{2\pi} \sin(\varphi/4)\,d\varphi = [-4\cos(\varphi/4)]_0^{2\pi} = -4(0 - 1) = 4. Resultat:
    O=2π4O = 2\pi - 4
1.0
6.28
Abb. 9: Kugelausschnitt über einer Kurve in der xy-Ebene.
Formel Resultat
O=2π4O = 2\pi - 4
Numerisch: O2,28O \approx 2{,}28.
Merke Schlüsselschritt
Stammfunktion zu ρ/1ρ2\rho/\sqrt{1-\rho^2} ist 1ρ2-\sqrt{1-\rho^2}. Auswertung an ρ=cos(φ/4)\rho = \cos(\varphi/4) liefert dank cos2+sin2=1\cos^2 + \sin^2 = 1 den eleganten Ausdruck sin(φ/4)-\sin(\varphi/4).
Prüfungstipp Im Definitionsbereich φ[0,2π]\varphi \in [0, 2\pi] ist φ/4[0,π/2]\varphi/4 \in [0, \pi/2], also sin(φ/4)0\sin(\varphi/4) \geq 0. Betragsstriche fallen weg.

4.7 Beispiel: Tangentenfläche zur Schraubenlinie

Aufgabe: bestimme den Oberflächeninhalt der Tangentenfläche zur Schraubenlinie aus Section 2.5 auf dem Bereich u[0,π/2]u \in [0, \pi/2], v[u,0]v \in [-u, 0]. Anschaulich beschreibt der Bereich einen Sektor im ersten Oktanten, das u-Intervall ist eine Vierteldrehung der Helix, das v-Intervall ist ein Dreieck unterhalb der Diagonalen.

Lösungsweg in 5 Schritten

  1. Schritt 1: Parameterbereich beschreiben
    Vor dem Integrieren muss der Parameterbereich klar sein. Hier u[0,π/2]u \in [0, \pi/2] (eine Vierteldrehung der Helix), v[u,0]v \in [-u, 0] (Dreieck unterhalb der Diagonalen). Der Bereich ist nicht-rechteckig: die untere vv-Grenze hängt von uu ab.
    Damit liegt das Doppelintegral in der Reihenfolge innen vv, aussen uu fest:
    B={(u,v):u[0,π/2],  v[u,0]}B = \bigl\{(u, v) : u \in [0, \pi/2],\; v \in [-u, 0]\bigr\}
  2. Schritt 2: Norm aus Section 3.3 wiederverwenden
    Statt das Kreuzprodukt komponentenweise neu zu rechnen, übernehmen wir das Resultat aus Section 3.3 (ru×rv=v(s¨×s˙)\vec{r}_u \times \vec{r}_v = v\,(\ddot{\vec{s}} \times \dot{\vec{s}})) und Section 3.4 (s¨×s˙=h2+1|\ddot{\vec{s}} \times \dot{\vec{s}}| = \sqrt{h^2 + 1} für die Schraubenlinie). Im Bereich v0v \leq 0 ist v=v|v| = -v.
    Damit reduziert sich der Integrand auf:
    ru×rv=vh2+1|\vec{r}_u \times \vec{r}_v| = |v|\,\sqrt{h^2 + 1}
  3. Schritt 3: Doppelintegral aufstellen
    Norm in den Oberflächeninhalt-Satz einsetzen, h2+1\sqrt{h^2 + 1} als konstanten Faktor vor das Integral ziehen.
    Resultat:
    O=h2+10π/2 ⁣u0vdvduO = \sqrt{h^2 + 1} \int_0^{\pi/2}\!\int_{-u}^{0} |v|\,dv\,du
  4. Schritt 4: Innere Integration über vv
    Im Integrationsbereich v[u,0]v \in [-u, 0] gilt v0v \leq 0, also v=v|v| = -v. Stammfunktion zu v-v ist v2/2-v^2/2. Auswertung an den Grenzen liefert ein Resultat in uu.
    u0(v)dv=[v2/2]u0=0(u2/2)=u2/2\int_{-u}^{0} (-v)\,dv = [-v^2/2]_{-u}^{0} = 0 - (-u^2/2) = u^2/2.
    u0vdv=u22\int_{-u}^{0} |v|\,dv = \frac{u^2}{2}
  5. Schritt 5: Äussere Integration über uu
    Polynomielle Integration über uu. Stammfunktion zu u2/2u^2/2 ist u3/6u^3/6. Auswertung von 00 bis π/2\pi/2 liefert (π/2)3/6=π3/48(\pi/2)^3 / 6 = \pi^3/48.
    Mit dem konstanten Faktor h2+1\sqrt{h^2 + 1} ergibt sich:
    O=π348h2+1O = \frac{\pi^3}{48}\,\sqrt{h^2 + 1}
Formel Resultat
O=π348h2+1O = \frac{\pi^3}{48}\,\sqrt{h^2 + 1}
Skaliert linear in h2+1\sqrt{h^2 + 1}, also wie die Bogenlänge der Schraubenlinie.
Prüfungstipp Numerische Probe: bei h=1h = 1 ergibt sich O=(π3/48)20,913O = (\pi^3/48)\,\sqrt{2} \approx 0{,}913.
Merke Recycling aus Section 3
Norm des Kreuzprodukts wurde bereits in Section 3.3 (allgemein) und 3.4 (für die Schraubenlinie) berechnet. Hier nur einsetzen und integrieren.

Aufgaben mit Musterlösungen

Übungsaufgaben werden in Kürze ergänzt.

Die Aufgaben für dieses Kapitel werden in einer zukünftigen Version ergänzt.

MerkeErst selbst rechnen, dann Lösung prüfen!